Dienstag, 25. August 2015

Meetup-Singletreffen in der Fotogalerie Friedrichshain

Die lange Sommerpause in der Meetup-Gruppe “Kreative Singles in Berlin” ist beendet. Ab kommenden Freitag gibt es wieder regelmäßig Singletreffen mit künstlerischem Touch. Den Auftakt macht ein Get-Together beim 30-jährigen Jubiläum der Fotogalerie Friedrichshain am Helsingforser Platz.

Am 28. August 1985 öffnete die erste Fotogalerie der DDR erstmals ihre Pforten, was genau 30 Jahre später im vereinten Berlin gebührend gefeiert werden soll. Für musikalische Unterhaltung sorgt dabei die Modern Blues-Band “Those Guys Berlin”. Fotografien von Helga Paris, Roger Melis, Sibylle Bergemann, Harald Hauswald, Ute Mahler, Werner Mahler, Tina Modotti, Peter Leske, Eberhard Klöppel, Horst Sturm, Dvorah Kern, Jürgen Bürgin, Varda Carmeli, Dietmar Bührer, Günther Schaefer, Willi Römer, Jörg Rubbert oder Jonnek Joneksson dokumentieren die Ausstellungs-Highlights der Fotogalerie im Laufe ihrer Geschichte. Viele dieser Fotokünstler werden persönlich anwesend sein, so dass die Gäste während der Vernissage locker mit ihnen in Kontakt treten können.

Apropos, Kontakt: Kunst verbindet. Schließlich werden die Bilder mit Sicherheit zu spannenden Diskussionen anregen. Ob es bei oberflächlichem Smalltalk bleibt, eine Freundschaft oder gar eine Beziehung entsteht, liegt bei den Betrachtern selbst. In jedem Fall treffen sich die Mitglieder der kreativen Singlegruppe von Meetup um 19:30 vor dem Eingang der Fotogalerie Friedrichshain. Ich werde Euch mit einem Meetup-Schild persönlich in Empfang nehmen. 

Veranstaltungsort:

Fotogalerie Friedrichshain
Helsingforser Platz 1
10243 Berlin

Foto: Fotogalerie Friedrichshain

Montag, 17. August 2015

Beende die Partnersuche, sei frei!

Foto: pixabay
Viele Singles zerbrechen sich täglich den Kopf, wie sie sich aus ihrer Einsamkeit befreien könnten. Je länger die Phase des Single-Daseins anhält, desto tiefer gerät man in einen Strudel der Verkrampfung. Ich kann selbst ein Lied davon singen! Man rennt von einem Event zum nächsten und grast mit den Augen jede nur mögliche Ecke ab in der Hoffnung, dass dort ein potentieller Partner wartet. Am Ende des Abends geht man trotzdem wieder allein schlafen. Wenn man am nächsten Morgen aufwacht, stellt man frustriert fest, dass man von der Nähe eines anderen Menschen nur geträumt hat.

Das nervt auf Dauer, nicht wahr? Ich habe deshalb eine neue Strategie entwickelt. Sie ist einfach, weder wissenschaftlich belegt noch auf den Rest der Menschheit übertragbar. Ich spreche für mich, wenn ich behaupte, dass es besser ist, sich vom Markt zurückzuziehen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich sollte der Mensch als soziales Wesen weiter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und Kontakte knüpfen, allerdings ohne die Prämisse, sich um jeden Preis “paaren” zu wollen. Partnersuche erzeugt einen Tunnelblick. Man fixiert sich starr auf ein Ziel, ohne die vielen Annehmlichkeiten am Wegrand zu beachten.

Das Leben bietet unendlich mehr Möglichkeiten. Wenn der Körper nicht auf seine Kosten kommt, dann füttert man eben den Geist (oder die Seele). Bei all den Routinen, denen wir jeden Tag ausgesetzt sind, kann es unheimlich bereichernd sein, sich neues Wissen anzueignen – sei es eine Fremdsprache, das Spielen eines Musikinstruments oder mathematische Formeln. Besondere Freude kommt auf, wenn man sich dabei mit Gleichgesinnten vernetzt und einen regen Austausch initiiert. Automatisch wird man von den quälenden Gedanken des Egos abgelenkt. Das Ego, das vielleicht noch immer glaubt, dass eine Zweier-Beziehung den Selbstwert erhöhe.

Mich befriedigt es unendlich mehr, meinen Geist zu dehnen als in der zwanghaften Vorstellung gefangen zu verharren, ich müsste einen Mann an meiner Seite haben! Die menschliche Wahrnehmung wird von persönlichen Lebensumständen und Erfahrungen geprägt. Es ist, als trage man ständig eine Brille mit gefärbten Gläsern. Ich tue es an manchen Tagen tatsächlich und nehme irgendwann nicht mehr wahr, dass mein Blickfeld blau, rosarot oder gelb getönt ist … Ähnlich funktioniert der Leitsatz “Ich muss mich jetzt unbedingt um jeden Preis binden”.

Also, liebe Singles, beendet die Suche nach Mr. oder Mrs. Right und kommt erst einmal bei Euch selbst an. Entfaltet Euch und lasst Euch dabei finden!

Montag, 10. August 2015

Der Urlaubs-Flirt: eine Chance für die Liebe?

Foto: AS
Es ist Urlaubszeit und ich habe gerade das dringliche Bedürfnis, mich zum Thema “Urlaubs-Flirt” zu äußern. Romantik auf Reisen scheint auf uns Menschen eine besondere Faszination auszuüben. So viele Schnulzensänger tirilieren sehnsuchtsvoll kitschig davon. Man denke an die rote Sonne von Barbados, weiße Rosen aus Athen oder die Capri-Fischer. In all diesen Liedern hat jemand im Urlaub sein Herz verloren. Der absolute Wehmuts-Evergreen aus der Schlager-Sparte über Urlaubs-Flirts ist natürlich “Spanish Eyes” von Al Martino (siehe unten). Bei dem Lied möchte man am liebsten Schmalzpötte unter die Boxen stellen. Wenn der Alleinunterhalter im Hotel die Nummer anstimmt, reagieren die Rentner-Reisegruppen an den Tischen vor der Bühne oft ganz verzückt.

Wer noch nicht ganz so alt ist und als Single in den Urlaub fährt, läuft immer Gefahr, von Amors Pfeilen mitten ins Herz getroffen zu werden. Besonders schöne Sehnsuchtsorte begünstigen die Erfolgschancen für den kleinen Kerl mit der Armbrust, der den Urlaub entweder unvergesslich machen oder verderben kann. Es hängt immer davon ab, in wen man sich am Reiseziel verliebt. Ich habe mir über drei Varianten von Urlaubs-Flirts Gedanken gemacht:

Der Flirt mit einem Mitreisenden

Stell' Dir vor, Du nimmst an einer Gruppenreise teil. Du kommst im Laufe der Tour mit den Mitreisenden ins Gespräch und bei einer Person merkst Du, dass zwischen Euch mehr mitschwingt als nur Sympathie. Herzlichen Glückwunsch! Wenn das Gefühl auf Gegenseitigkeit beruht und Ihr beide Single seid, könnt Ihr aus dem Vollen schöpfen und Eure Zweisamkeit genießen. Die Frage ist, ob die Beziehung zu Hause im Alltag eine Chance hat. Wohnt Ihr zum Beispiel in der gleichen Stadt oder in unterschiedlichen Ecken von Deutschland? Wärest Du bereit, für die Liebe umzuziehen oder hast Du dort, wo Du bist, so tiefe Wurzeln geschlagen, dass ein Ortswechsel für Dich nicht infrage käme? Übrigens passiert es auch hin und wieder, dass Gefühle nach dem Urlaub auf ganz natürliche Weise abklingen ...

Der Flirt mit dem Reiseleiter oder Animateur

Wenn Du nur Spaß haben willst, schnapp' Dir den Reiseleiter (falls er will) oder einen knackigen Animateur am Pool und lass es krachen! Verlieb' Dich aber bitte nicht – oder gierst Du nach einem gebrochenen Herzen? Der Reiseleiter und der Animateur treffen nämlich arbeitsbedingt so viele Menschen, dass die Versuchung immer wieder lockt. Bevor Du dich auf Scherereien mit Amor einlässt, visualisiere also besser seinen nächsten Arbeits-Flirt nach Dir. Dann bist Du nämlich längst abgereist!

Der Flirt mit einem Einheimischen

2012 in der Türkei hätte ich zig Gelegenheiten gehabt, mit Einheimischen zu flirten. Ich hatte bloß keine Lust. Trotz meiner Lustlosigkeit vor drei Jahren kommt es auf Reisen immer wieder zu Flirts mit Menschen, die am Urlaubsort leben. Ob es nur ein Flirt ist oder die “große Liebe”, zeigt sich spätestens dann, wenn Du wieder zu Hause bist. Hast Du die Gefühle im Urlaub gelassen oder verfolgen sie Dich auf Schritt und Tritt? Haltet Ihr über längere Zeit Kontakt und denkst Du über Auswandern nach? Aber warum willst Du auswandern? Kann es sein, dass Du Dich in das Land verliebt hast und endlich begreifst, dass Du Dich zu Hause schon lange unwohl fühlst?

Fragen über Fragen … Wie Ihr seht, ist das Thema “Urlaubs-Flirt” ein wenig komplexerer Natur.


Mittwoch, 20. Mai 2015

“Das ist Berlin, Baby!” - das eBook-Debüt von Alexandra Sonnental

2014 tauchte plötzlich eine Berliner Autorin namens Alexandra Sonnental auf der Bildfläche auf. Keiner weiß, wie sie aussieht, es sei denn man hat am 16. Mai ihre Buchpremiere in Berlin besucht und sie dort lesen gehört. Seit letztem Samstag ist ihr erster Lyrik- und Prosaband “Das ist Berlin, Baby!” (neobooks) bei Online-Buchhändlern wie Amazon, Weltbild, Thalia und Buecher.de erhältlich.

Alexandra hat ihre Gedichte und Kurzgeschichten ohne Lektor oder Verlag in Eigenregie veröffentlicht und das Cover einschließlich der Zeichnung selbst gestaltet. Ihre literarischen Werke sind im Berliner Künstlermilieu angesiedelt und beleuchten zwischenmenschliche Dramen, in denen immer Liebe, Erotik, Leidenschaft und Kunst die Hauptrolle spielen. In der ersten Geschichte “Die schwarze Johanna” nimmt sie uns mit auf eine Zeitreise ins Berlin des 19. Jahrhunderts. Da treten nicht nur “preußische Soldaten mit Pickelhaube” auf, sondern auch ein namenloser Dichter. Bei einem Sonntags-Spaziergang am Landwehrkanal trifft dieser Herr eine Malerin namens Johanna. Ungewöhnlich für die Zeit, hat die betörend schöne Frau mit den langen schwarzen Haaren Mann und Kind verlassen, um in Berlin ein Künstlerleben zu führen. Der Erzähler verfällt ihren weiblichen Reizen und stürzt sich in eine literarisch inspirierende Affäre. Für die Gedichte über seine lüsterne Muse zahlt er jedoch einen hohen Preis ...

Frau Sonnental schreibt ähnlich feurige Lyrik wie ihr fiktionaler Kollege. Die Verse reimen sich nicht und bedienen sich ausdrucksstarker Bilder. Hat man sich einige davon zu Gemüte geführt, fügt sich vor dem geistigen Auge das Portrait einer Amour fou zusammen. Die Leidenschaft, die Leiden schafft, steckt in jedem Wort, beschönigt wird dabei nichts. Beispiel: “Du nennst mich Miststück / Ich sehe den Misthaufen, auf dem du Drogenduft verströmst”.

Zweimal erzählt die Autorin aus Sicht eines männlichen Protagonisten. Nach dem Poeten aus dem alten Preußen kommt der Schürzenjäger Tommi Ficker ins Spiel. Man begegnet ihm in gleich drei Kurzgeschichten und findet ihn entweder liebenswert, abscheulich oder manchmal auch beides. Der ambitionierte Künstler benutzt Frauen, greift zur Flasche und härteren Drogen. In “Herr Bumsfallera” offenbart er sein persönliches Drama, welches ihn zu der Figur gemacht hat, die er ist. Alles beginnt mit den Worten: “Grüß Gott, ich heiße Tommi, Tommi Ficker. Ich habe einen kleinen Schwanz und mache trotzdem meinem Namen alle Ehre ...” Ob nur sein 9,2 Zentimeter “großes” bestes Stück an seiner Misere schuld ist, muss man nach der Lektüre am besten selbst entscheiden.

Alexandra Sonnental schreibt übrigens gerne kafkaesk: In einer alptraumhaften Wohnung wird eine Johanna aus der Gegenwart von zwei Schlägertypen bedroht und von einer mysteriösen Frau namens Hea zu lesbischen Handlungen genötigt. Ihr gelingt die Flucht, doch bis dahin prasseln eine Reihe von Skurrilitäten auf sie ein. Ähnlich surreal erscheint die Welt, in der Tommi Ficker den Satz “Das ist Berlin, Baby!” in den Raum wirft. Eine seiner Gespielinnen landet nach einer seelisch belastenden Begegnung mit ihm in einer Theater-Garderobe und letzten Endes als Mauerblümchen auf einer oberflächlichen Szene-Party.

Wann findet sich in all diesen zwischenmenschlichen Verwicklungen endlich einmal ein glückliches Paar, fragt man sich beim Lesen ein bisschen frustriert. “Das Leben könnte so einfach sein, aber ganz gewiss nicht in diesen Kurzgeschichten und Gedichten”, heißt es auf dem Waschzettel zum eBook. Diesen Satz unterschreibe ich nach der Lektüre von “Das ist Berlin, Baby!” und bin schon sehr neugierig auf den Roman, an dem Alexandra Sonnental zurzeit arbeitet.

Montag, 20. April 2015

Theater-Spiele für kreative Singles

lichtkunst.73 / www.pixelio.de
Einmal im Moment veranstaltet die ausgebildete Schauspielerin und Theaterpädagogin Leonie Kotsch im Café Fincan in Berlin-Neukölln Theater-Spiele für Singles. Ich habe Leonie virtuell in meiner Meetup-Gruppe “Kreative Singles in Berlin” kennengelernt. Vor ein paar Wochen hat sie mich gefragt, ob ich Lust hätte, ihre Kurse zu promoten. Selbstverständlich gab ich ihr sofort eine Zusage, denn Singletreffen mit Theaterübungen passen einfach perfekt in mein Konzept von Kreativsingles.de.

Als zukünftige Singlebörsen-Betreiberin teste ich natürlich alle Events, die ich auf meinen Social Media-Seiten anbiete. Nur wenn ich persönlich von einer Dating-Veranstaltung überzeugt bin, mache ich auch längerfristig dafür Werbung. Leonie hat gestern Mittag den Test zu meiner vollsten Zufriedenheit bestanden. :-) Das schöne Frühlingswetter sorgte zwar nicht für eine übermäßig hohe Teilnehmerzahl, aber alle, die sich in dem Neuköllner Kulturcafé eingefunden hatten, waren offen für die Theater-Spiele und hatten eine Menge Spaß.

Wie ich erkennen durfte, schult Impro-Theater die Kommunikation und die Sensibilität, sich auf andere Menschen einzustellen. Da ja alles nur ein Spiel ist, kann man sich ständig neu ausprobieren, ohne Angst haben zu müssen, was die Mitspieler denken könnten. Gerade schüchterne Persönlichkeiten bekommen so die Möglichkeit, aus ihrem Schneckenhaus herauszuschlüpfen. Man braucht sich nur zu öffnen, zu beobachten und zu schauen, was mit einem selbst und der Gruppe passiert. So entsteht automatisch kreatives Potential, aus dem man im weiteren Verlauf der spielerischen Übungen schöpfen kann. Zum Beispiel habe ich mit einem der männlichen Teilnehmer wiederholt ein Tänzchen aufs Parkett gelegt ...

Gegen Ende des Kurses mimten wir abwechselnd eine Figur auf einer Parkbank - ins Repertoire mischten sich ein alter Mensch, ein Obdachloser oder ein geistig Verwirrter. Eine zweite Person musste versuchen, die bereits sitzende mit psychologischen Tricks zu vertreiben. Körperliches Einwirken war bei diesem Spiel strengstens verboten - ein effektives Training für die kleinen grauen Zellen! Letzten Endes haben wir lauthals über unsere Darstellungen gelacht.

Wie die Theater-Spiele für Singles im Detail ablaufen, darf ich hier auf ausdrücklichen Wunsch der Kursleiterin nicht beschreiben. Wer es wirklich wissen möchte, der komme beim nächsten Mal einfach selber vorbei. Auf jeden Fall gaben alle Anwesenden Leonie hinterher positives Feedback und ich beschloss, dass ich die nächsten Theater-Spiele für Singles am 17. Mai wieder bei “Kreative Singles in Berlin”, auf Facebook, Google+ und auf anderen Profilen ankündigen werde. Man merkt nämlich, dass Leonies große Leidenschaft im Unterrichten liegt. Bis zu ihrem 35. Lebensjahr wollte sie unbedingt als Schauspielerin auf der Bühne stehen, erzählte sie mir. Mittlerweile fühlt sie sich jedoch berufen, Schauspiel-Lehrerin zu sein und direkt mit Menschen zu arbeiten, nicht nur mit Singles, sondern auch mit psychisch Erkrankten. Aus meiner Sicht beim Workshop kann ich nur sagen: eine wirklich tolle Aufgabe, die hervorragend zur ihr passt!

Mittwoch, 15. April 2015

Der geplatzte Start von Kreativsingles.de

Bis vor ein paar Wochen ließ ich in den sozialen Netzwerken die Info kursieren, meine neue Singlebörse Kreativsingles.de würde am 15. April 2015 starten. Leider bin ich nun gezwungen, den Launch ein weiteres Mal zu verschieben. Einen Termin werde ich erst verkünden, wenn absehbar ist, dass die Entwicklung wirklich einwandfrei läuft.

Bei der Wahl meiner Geschäftspartner habe ich mich gründlich verzettelt: Mit der Entscheidung für die Agentur UIZ, die noch immer auf der Baustellenseite verlinkt ist, entwickelte sich der Aufbau des Dating-Portals für Kreative, Künstler und Freunde anders als geplant. Das Team arbeitete mit dem beliebten CMS WordPress und diversen Community-Plugins wie BuddyPress. Anhand einer Demo-Website für eine Online-Kontaktbörse konnte der Boss der Agentur mir sehr anschaulich und seriös erklären, was alles möglich ist. Er nahm sich auch eine Menge Zeit und gab auf jede meiner Fragen klare, sachliche Antworten. Also setzte ich nach einigen Überlegungen aufs falsche Pferd, das ich im Januar für das richtige hielt. Was ich mir wirklich ankreiden kann, ist die Tatsache, dass ich das Portfolio von UIZ nicht gründlich genug gecheckt hatte. Hätte ich das beizeiten getan, wäre mir aufgefallen, dass das Berliner Startup mit nepalesischem Background bisher nur Websites für indische Restaurants erstellt hat – ebenfalls mehr schlecht als recht!

Zwischen Januar und März wurde mir täglich bewusster, auf was für inkompetente Spezies ich hereingefallen war. Sie befolgten meine Anweisungen nur mangelhaft und waren auf dem Feedback-Ohr zu 100 Prozent taub. An meinem Geburtstag bekam ich von mir selbst das Geschenk, diesen Herren den Auftrag zu entziehen!

Warum ich heute öffentlich von meiner Pleite erzähle? Nicht um meinen “Feinden” Stoff zum Lästern hinzuwerfen (das tun sie sowieso), sondern als Warnung für andere Gründer. Wer sich im Internet selbständig machen möchte, der tue gut daran, vor der Wahl eines Entwickler-Teams peinlichst genau hinzusehen, auf wen er sich einlässt. Ich kläre jetzt erst einmal ab, welche Agentur wirklich Erfahrung mit Communities hat und überprüfe die Referenzen. Dabei nehme ich auch direkten Kontakt mit den Betreibern von Websites auf und frage nach, wie befriedigend die Zusammenarbeit mit den Entwicklern und Designern gelaufen ist. Zurzeit stehe ich mit mehreren Firmen in Kontakt – offen und gleichzeitig misstrauisch. Mit Kompetenz und Integrität baut man mein Vertrauen glücklicherweise ziemlich schnell wieder auf!

Rainer Sturm / www.pixelio.de

Montag, 13. April 2015

Ohne Kommunikation keine Beziehung

Stephanie Hofschlaeger / www.pixelio.de
Die Basis jeder Beziehung ist Kommunikation: Ohne Kommunikation kein Netzwerk, keine Freunde und erst recht kein lang ersehnter Beziehungspartner. Dem Kommunikationsfluss kann sich kaum jemand entziehen, es sei denn, man baut sich eine abgeschiedene Hütte im Wald und verweigert sich der Interaktion mit anderen Menschen. Selbst wenn man in Gesellschaft schweigt, kommuniziert man über Gesten, Körpergeruch, über Blicke oder die Art der Kleidung. Ich zum Beispiel sammele extravagante Brillen und wechsele meine Brillen wie die Unterhosen, sprich, jeden Tag. Bei meinem monotonen Broterwerb bringe ich damit zum Ausdruck: Ich bin weitaus abwechslungsreicher und kreativer als dieser langweilige Job! ;-)

Stellen wir uns einmal folgende Situation vor: Gaby und Klaus, zwei einsame Herzen über 40, besuchen eine Singleparty. Beide sind in Beziehungen schon mehrmals enttäuscht worden und wünschen sich trotz ihrer Altlasten eine glückliche Partnerschaft, die am besten “für immer und ewig” halten sollte. Klaus hockt den ganzen Abend an der Bar, starrt auf den Boden und klammert sich an seiner Bierflasche fest, Gaby steht mit verschränkten Armen in einer Ecke und guckt mürrisch Richtung Tanzfläche. Die Männer machen um Gaby einen großen Bogen, denn ihre Ausstrahlung ist einfach nur zum Fürchten. Derweil fragt sich Gaby, warum Klaus nicht endlich mal einen Schritt auf sie zugeht. Das Ende vom Lied: Beide flüchten irgendwann frustriert nach Hause und glauben: “Scheiß Singleparty! Den Veranstalter sollte man verklagen!”

Ein denkwürdig komisches Beispiel habe ich am 28. März mit eigenen Augen erlebt – ja, bei der Party zum Workshop “Human Rising” mit meinem Lieblings-Coach Veit Lindau. Wie üblich bei solchen Veranstaltungen, waren die Frauen wieder deutlich in der Überzahl. Ich hatte es geschafft, mir einen netten, attraktiven Mann zum Flirten zu angeln. Einer anderen Teilnehmerin missfiel das gewaltig. Während ich mit dem Herrn tanzte, drängte sie sich ständig dazwischen und bombardierte mich mit einem Blick, der mir signalisierte: “Wenn du Schlampe dich nicht sofort verpisst, töte ich dich!” Der nette, attraktive Mann an meiner Seite fand das Verhalten nur zum Schmunzeln und mir wurde einmal wieder bewusst, wie weit Theorie und Praxis manchmal auseinander liegen. Ihr kennt nämlich die Vorgeschichte noch nicht: Beim Workshop hatte uns der liebe Veit zu diversen Kommunikationsübungen animiert … ;-)

Das Leben könnte so entspannt sein, wenn alle Menschen angstfrei, offen und unvoreingenommen aufeinander zugingen! Jemand, der behauptet, Smalltalk zu hassen, blockiert sich meiner Meinung nach selbst für tiefgründigere Gespräche. Unter völlig fremden Individuen dient Smalltalk dem Aufbau von geistiger Nähe. Man weiß ja noch nicht, wie der andere tickt und was ihn interessiert. Bevor man seine Lebensgeschichte erzählt, über Gott und die Welt philosophiert oder das politische Tagesgeschehen zerpflückt, muss man zuerst eine Brücke vom Ich zum Du bauen, damit überhaupt ein Wir entstehen kann. Am besten mischt man sich so oft wie möglich unter Leute und probiert es aus an “lebenden Objekten”. Nur Übung macht einen Meister (oder eine Meisterin) der Kommunikation!