Dienstag, 31. März 2015

Mit Intuition zur Partnerschaft

Alexandra H. / www.pixelio.de
Ist es möglich, den Charakter eines potentiellen Partners intuitiv zu ergründen? Mit diesem Thema beschäftigten wir uns letzten Donnerstag beim Single-Stammtisch von Doris Purol-Mair in Berlin. Die NLP-Trainerin gab uns Teilnehmern die Aufgabe, den Sitznachbarn mit Blicken zu analysieren. Keiner kannte die anderen anwesenden Damen und Herren näher. Trotzdem sollten wir mittels Intuition schlussfolgern, wie die Person als Kind gewesen sein könnte, in welchen Lebensumständen sie sich heute befindet und welche Art von Partner zu ihr passen könnte. “Keine leichte Aufgabe”, dachte ich, bevor ich mich auf das Spiel eingelassen hatte.

Zu meiner Rechten saß eine Frau, die ich auf Mitte bis Ende 40 schätzte. Sie hatte auffällig große blaue Augen, war modisch gekleidet und ich meinte, unterschwellige Trauer in ihrem Blick zu erkennen. Dieser Eindruck brachte mich zu der Annahme, dass sie ein fröhliches, folgsames Kind gewesen sein musste, das irgendwann eine traurige Erfahrung gemacht hat. Sie verneinte das. Die intuitive Analyse ihrer gegenwärtigen Situation fiel mir wesentlich leichter: Sie nickte lächelnd, als ich ihr erzählte, dass sie in einer sicheren Festanstellung arbeite und sich für Kultur und interessiere. Außerdem gab sie mir Recht, sich einen ernsthaften, ebenfalls kulturinteressierten Mann an ihrer Seite zu wünschen, mit dem man tiefgründige Gespräche führen kann.

Ihr gelang es noch einen kleinen Tick besser, mich mithilfe ihrer Intuition charakterlich zu erfassen. Alle anderen lagen bei ihrem Gegenüber auch meist erstaunlich richtig, nur bei der Analyse der Kindheit haperte es hin und wieder. Verständlich! Um darüber Mutmaßungen anzustellen, sollte man einen Menschen schon ein bisschen kennen.

Was lernen wir also aus dieser Übung vom Single-Stammtisch? Es lohnt sich, die innere Stimme zu trainieren und dann bei der Partnerwahl auf sie zu hören! Wenn ich auf meine bisherigen Beziehungen zurückschaue, erwiesen sich meine Vorahnungen immer als richtig. Den einen hielt ich für bedürftig, den anderen für einen Frauenheld. Warum ich im Handeln nicht so klug war wie meine Intuition bei der Betrachtung der Herren, könnte mir heute einerseits ein Rätsel sein, andererseits weiß ich, dass mich Problemfälle als Inspirationsquellen für künstlerische Werke immer magisch anziehen. ;-)

Bei einem ersten Date sieht man sich im Idealfall tief in die Augen, denn die Augen sind der Schlüssel zur Seele. Sofern man dafür noch nicht genügend Vertrautheit spürt, beobachtet man am besten erst einmal die Körpersprache. Sie sagt häufig viel mehr über einen Menschen aus als das gesprochene Wort. Je öfter man sich auf ein Date einlässt, desto mehr Gelegenheiten bekommt man, die innere Stimme zu schulen. Eines sollte man bei diesen Begegnungen auf jeden Fall vermeiden: krampfhaftes Suchen. Die Intuition spricht bei der Partnerwahl nur weise Worte, wenn man sich entspannt.

Sonntag, 22. März 2015

Ein Single-Stammtisch mit Gruppen-Coaching

Foto: Rainer Sturm / www.pixelio.de
Viele Singles können von dieser Problematik mit Sicherheit ein Lied singen: Man hetzt von einem Single-Treffen zum nächsten, tummelt sich in den diversen Single-Gruppen bei Facebook und investiert vielleicht noch den einen oder anderen Euro in Online-Dating und Kontaktanzeigen. Manchmal hat man dann ein Date, bei dem meist kein Funke überspringt. Wenn doch, wartet an der nächsten Ecke schon eine herbe Enttäuschung, weil das altbekannte Beuteschema wieder knallhart zuschlägt - unbewusst natürlich. Am Ende der Liaison fragt man sich voller Selbstzweifel: Warum passiert mir immer wieder das gleiche?

An dem Punkt war ich selbst vor einer Weile angelangt und plötzlich flatterte mir bei Xing eine Einladung ins Haus: zu einem Vortrag der NLP-Trainerin Doris Purol-Mair mit dem Thema "Warum passiert mir immer das gleiche?". Das passierte im September 2014. Ich war gerade frisch aus dem Urlaub zurück gekommen, mein Kopf fühlte sich frei für neue Impulse. Ich gierte quasi nach einer Antwort, denn nach zwei richtig bösen Beziehungspleiten hing die Frage wie ein Damokles-Schwert über mir. Warum ziehe ich immer wieder psychisch gestörte, wesentlich ältere Männer mit Bindungsängsten an? Mit der Einsicht, selber ein bisschen "plemplem" zu sein, ging ich zu dem Vortrag - bereits in der Gewissheit, dass es zwischen den psychisch gestörten, wesentlich älteren Männern mit Bindungsangst und mir einen gemeinsamen Nenner geben musste ...

Während des Vortrags atmete ich auf einmal schwer und fühlte mich den Tränen nah. Die ausgebildete Psychotherapeutin Purol-Mair beschrieb anhand sehr anschaulicher, teils persönlicher Beispiele, wie der Mensch im Laufe seines Lebens Wut, Trauer und Schuldgefühle ansammelt und schließlich effektive Abwehrmechanismen gegen diesen Wust an Gefühlen aufbaut. Im Unbewussten leben die negativen Emotionen weiter und möchten nach außen vordringen. Wenn da bloß nicht dieser gut gepflegte Schutzwall wäre! Fazit: Der Mensch sollte seine Gefühlsaltlasten ganz genau kennen, rauslassen, annehmen und sich mit der "Quelle des Übels" versöhnen - sei es die Mutter, der Vater oder ein früherer Partner.

Nach dem gleichen Prinzip arbeitet Doris Purol-Mair bei ihrem Single-Stammtisch "Endlich zu zweit", der einmal im Monat bei Meeet in Berlin-Wilmersdorf stattfindet. Dort treffen sich Singles, die lösungsorientiert ihren eigenen inneren Schweinehund bei der Partnersuche überwinden wollen. Wer sich beispielsweise schwer damit tut, in einer Partnerschaft Nähe zuzulassen, der gewinnt im Laufe des Gruppen-Coachings einen klaren Blick auf mögliche Ursachen. Außerdem kann man sich locker mit den anderen Teilnehmern über persönliche Erfahrungen austauschen. Wenn man Glück hat, sitzt der potentielle neue Partner sogar am gleichen Tisch.

Nächster Single-Stammtisch:

26. März 2015, 19 Uhr

Veranstaltungsort:

Meeet - Inspirierende Räume für Coaching, Beratung und Training
Konstanzer Str. 15a
10707 Berlin

Kosten pro Teilnehmer:

25 Euro

Sonntag, 8. März 2015

Selbst ist die Frau - nicht nur zum Frauentag

Alles Gute zum Frauentag! Jetzt, wie ich diese Worte an Euch schreibe, liegen schon wieder mehrere Stunden harter Arbeit hinter mir. Wenn ich den blauen Himmel und den Sonnenschein betrachte, wird mir ein bisschen wehmütig zumute. Ich möchte viel lieber draußen in der Natur flanieren oder mit Freunden im Café sitzen. Stattdessen habe ich wieder Männern Anweisungen gegeben, mein in der Entwicklung befindliches Dating-Portal Kreativsingles.de zu optimieren. Die Zeit bis zum Launch am 15. April rinnt mir nämlich wie Sand durch die Finger!

Ihr fragt Euch vielleicht gerade: Warum macht die das eigentlich? Ganz einfach: Weil es mir stinkt, für den Rest meines Lebens monotone Hamsterrad-Tätigkeiten zu verrichten und am Ende des Tages das Gefühl zu haben, nur eine Nummer zu sein. Nach 40 Stunden verschwendeter Lebenszeit pro Woche und Arbeitsabläufen, die jegliche Kreativität töten, kann ich nur noch laut schreien: Es reicht! Ich hatte schon lange innerlich geschrien und vergeblich versucht, einen interessanteren Job zu finden. Währenddessen absolvierte ich ein Job-Coaching und beobachtete, wie Kollegen ohne berufliche Alternative kündigten und lieber ALG 1 bezogen, als sich weiter in die Tretmühle einspannen zu lassen.

Irgendwann kam ich zu dem Schluss: Ich fühle mich beim Rackern um mein täglich Brot benutzt und da muss es doch noch mehr geben im Leben! Also sammelte ich Geschäftsideen und traf im Sommer 2014 die Entscheidung, eine neue Singlebörse für Kreative, Künstler und Kunstinteressierte aufzubauen. Übrigens wird sich das Angebot von Kreativsingles.de auch an Hochsensible und Unternehmer mit ausgeklügelten Geschäftsideen richten - Menschen, denen es Spaß macht, sich selbst zu verwirklichen und die zwischen alledem noch ein passendes Gegenstück suchen.

Selbstverwirklichung und Streben nach finanzieller Freiheit sind die treibenden Kräfte in meinem Leben. Als Kleinkind wurde ich wohl zu häufig mit dem Begriff "Saftladen" konfrontiert. Während meine Mutter arbeiten ging, kümmerten sich meine Großeltern um mich. Am späten Nachmittag saß die Frau Mama dann immer mit Oma und Opa bei Kaffee und Gebäck zusammen und beschwerte sich über ihre dominante Chefin oder die nervigen Kollegen. Dazwischen fiel ständig das Wort Saftladen, Saftladen, Saftladen ... Jetzt verdiene ich selber in einem Saftladen meinen Lebensunterhalt: Man stelle sich ein lautes Großraumbüro und Kopfschmerzen erregende Gerüche vor, Privatsphäre gleich null. Um den Kampf um mein monatliches Einkommen leichter zu ertragen, beballere ich meine Ohren täglich stundenlang mit meiner Lieblingsmusik.

Bis sich all das ändert (das Powerziel meines derzeitigen Lebens), übe ich mich in Dankbarkeit um meine Arbeitsstelle und erledige den Job weiterhin so gewissenhaft wie es meinem menschlich durchaus netten Chef gefällt. Damit sich meine Situation so schnell wie möglich ändert, suche ich nun Investoren, die mich beim Aufbau meiner Selbständigkeit unterstützen. Je besser das Marketing, desto wahrscheinlicher der Erfolg und gute PR kostet Geld ...

Um zum Schluss noch einmal den Bogen zum Frauentag zu schlagen: Ich gehe immer öfter zu Netzwerktreffen für Unternehmerinnen und zu Vorträgen in die Gründerinnenzentrale hier in Berlin. Dort erlebe ich jedes Mal tolle, engagierte Frauen, denen es ähnlich geht wie mir. Sie wollen einfach mehr vom Leben als Abhängigkeit vom Ehemann oder einen Beruf im Angestelltenverhältnis, wo Frauen laut Datenreport des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mindestens 20 Prozent weniger Geld verdienen als Männer. Diese Tatsache macht mich wütend! Ich nutze meine Wut als treibende Kraft.

Foto: Goth United

Donnerstag, 26. Februar 2015

Beziehung und der Sinn des Lebens

Der österreichische Neurologe und Psychiater Viktor E. Frankl (1905 – 1997) vertrat die These, dass der Mensch ein sinnorientiertes Wesen sei. Wir suchen permanent nach einem Sinn in unserem Leben, was der Holocaust-Überlebende beispielsweise in seinem Ratgeber “Der Wille zum Sinn” untermauerte.

Ich bin der Meinung, dass sich diese Suche auch auf das Streben nach einer Partnerschaft übertragen lässt. Idealerweise sollen sich unsere Liebesbeziehungen dem Sinn unseres Lebens unterordnen. Viele liebeshungrige Individuen haben mit Sicherheit eine vage Idee, wie eng die Suche nach Liebe und dem Sinn des Lebens miteinander verknüpft sind. Trotzdem fällt es ihnen schwer, nach dem passenden Gegenstück Ausschau zu halten, weil sie sich über den allgemeinen Sinn ihres Lebens noch im Unklaren sind. Ehe man sich also auf die Suche nach Mrs. oder Mr. Right begibt, lohnt es sich, erst einmal in sich zu kehren und sich zu fragen, wofür man eigentlich brennt. Lebt Ihr vielleicht nach einem altruistischen Weltbild und möchtet anderen helfen? Oder fühlt Ihr Euch am Glücklichsten, wenn Ihr an kreativen Projekten arbeiten könnt?

Beispiel: Eine Musikerin verliebt sich immer in die falschen Männer. Wenn sie ihre Erlebnisse in ihre Songs einfließen lassen kann, fühlt sie sich letzten Endes glücklicher als jemals in Gegenwart der männlichen Problemfälle, die einen vergleichsweise profanen zwischenmenschlichen Umgang im schnöden Alltag unmöglich machen. Auch hier besteht offensichtlich ein Zusammenhang zwischen der Suche nach Liebe und dem Sinn des Lebens: Liebesenttäuschungen entfachen ein Feuer an Kreativität, obwohl es für das seelische Wohlbefinden gesünder wäre, endlich einmal den richtigen Partner an Land zu ziehen und aus dem Wust an alten Erfahrungen zu schöpfen.

Ich habe mir auf die Fahnen geschrieben, bei Kreativsingles.de Menschen mit ähnlichen Interessen zusammen zu bringen. Das bedeutet nicht, dass man unbedingt Hobby- oder Profikünstler sein muss. Was zählt, ist ein allgemeines Interesse an künstlerischen Aktivitäten. Kreative möchten sich schließlich verstanden und angenommen fühlen. Viel mehr als der Mainstream sehen sie den Sinn ihres Lebens darin, ihr Inneres in ihren Werken nach außen zu tragen. Diese Liebe zur Kunst erfordert Akzeptanz und Toleranz vonseiten des Partners.

Hier noch ein ganz anderes Beispiel: Eine gute Freundin von mir ist Ärztin mit einem stressigen Arbeitsalltag im Krankenhaus, der von ständig wechselnden Schichten bestimmt ist. Vermutlich hätte ein 9-to-5-Jobber mit ihren Arbeitszeiten irgendwann Probleme: Wenn er abends Zeit mit ihr verbringen möchte, düst sie zum Nachtdienst. Glücklicherweise hat meine Freundin ein besseres Los gezogen: Ihr Lebensgefährte arbeitet auch als Arzt auf Station. Die beiden verstehen bestens, wie der Hase des anderen läuft und können Arbeit und Beruf gut unter einen Hut bringen. Gerade für solche Fälle gibt es Singlebörsen für Mediziner.

Zum Schluss habe ich noch ein Horror-Beispiel für ein Paar, das vollkommen am Thema Sinnhaftigkeit vorbeilebt: Eine Frau und ein Mann aus meinem näheren Umfeld sind seit über 40 Jahren miteinander verheiratet und machen sich seit Jahrzehnten das Leben zur Hölle. Gegenseitige Beleidigungen und Vorwürfe stehen auf der Tagesordnung und keiner wagt es, einen Termin beim Scheidungsanwalt zu vereinbaren. Hat sich ihr Sinn des Lebens im Allerwertesten verkrochen und liegt er im Sado-Masochismus? Nun ja, es soll uns nicht weiter interessieren. Wir können es nur besser machen!

S. Hofschlaeger / www.pixelio.de

Dienstag, 24. Februar 2015

Hochsensibilität macht kreativ

Uta Herbert / www.pixelio.de
Neulich abends hatte ich ein Gespräch mit dem Berliner Single-Coach Jochen Meyer, das nach einer Weile um das Thema Hochsensibilität kreiste. Es wirkte sofort wie Wasser auf meine Mühlen: Ich bin zwar keine Psychologin, aber in meinem Umfeld beobachte ich viele kreative Menschen, die sensibler zu sein scheinen als die weniger mit schöpferischen Talenten ausgestattete Masse. So beschloss ich, mich näher mit Hochsensibilität zu beschäftigen und erfuhr, dass rund 15 bis 20 Prozent aller Menschen diese noch relativ wenig erforschte Charaktereigenschaft in sich tragen. Als Grundlage der Studien dient bis dato “the highly sensitive person” der US-amerikanischen Psychologin Dr. phil. Elaine N. Aron aus dem Jahr 1997. Aron prägte darin den Begriff HSP als Abkürzung für “highly sensitive person (zu Deutsch: hochsensible Person)”.

Hochsensible zeichnen sich laut Studie durch eine Reihe positver Eigenschaften aus, die sich bemerkenswert auf das kreative Schaffen auswirken:

● ausgeprägtes Bauchgefühl (Intuition)
● Idealismus
● Feinfühligkeit
● Hang zum Perfektionismus
● hohe Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit
● Affinität für kreative Tätigkeiten, Kunst und Natur
● intensives Erleben und Empfinden
● komplexe Verarbeitung von Informationen
● Vorliebe für Mystik und Symbolik

Natürlich hat Hochsensibilität auch eine Kehrseite der Medaille, weshalb betroffene Menschen schwierig auf ihr Umfeld wirken können:

● Grübeln
● Überreaktionen und Überempfindlichkeit
● Schreckhaftigkeit
● schnelle Überforderung bei Stress und Hektik
● Verlangen, sich zurückziehen zu wollen
● Neigung zu Überforderung und Burnout

Wie kaum anders zu erwarten, trifft nicht jede dieser positiven und negativen Eigenschaften auf alle HSP dieser Welt zu. Aufgrund der Tatsache, dass die Menschheit aus Individuen besteht, tritt Hochsensibilität in unterschiedlichen Abstufungen auf und kann auch mit einer gewissen Hochbegabung verknüpft sein – sei es bei der Wahrnehmung von Stimmungen oder in der Kunst.

Ein Beispiel aus dem eigenen Freundeskreis: Es gibt dort einen Fotokünstler, den ich als hochsensibel wahrnehme. Die betreffende Person hat einen enormen kreativen Output und spürt sofort bestimmte Schwingungen zwischen anderen Menschen. In Stress-Situationen kommt es häufig zu impulsiven Überreaktionen und nicht alle sind in der Lage, diese Ausraster zu tolerieren.

Eine HSP wird auf Dauer übrigens kaum in der Lage sein, sich beruflich mit dem Hamsterrad zu begnügen. Langweilige Routine-Arbeiten machen entweder krank oder animieren zum Streben nach mehr Selbsterfüllung – je nachdem, aus welchem Holz man geschnitzt ist. Gleiches gilt für den Umgang mit unsympathischen Kollegen oder die Konfrontation mit störenden Hintergrundgeräuschen und Gerüchen. Entweder eine HSP zerbricht daran oder schärft die feinen Antennen für einen Weg aus der Misere.

Ja, liebe Leser, sicherlich fragt Ihr Euch gerade, ob Ihr hochsensibel sein könntet, oder? zartbesaitet.net, ein Verein zur Förderung hochsensibler Menschen, stellt auf seiner Website einen Test zur Verfügung. Ich empfehle Euch, die Fragen zu beantworten, um wertvolle Schlüsse über Euch selbst zu ziehen.

Wie einige von Euch bereits wissen, werden auf meinem bald startenden Datingportal Kreativsingles.de Gruppen für die User eingerichtet, beispielsweise für Musiker, Cineasten oder kreative Koch- und Backrezepte. Ganz weit oben auf meiner Liste steht auch eine Gruppe für Hochsensible. In der Offline-Welt spielen der oben genannte Single-Coach und ich im Übrigen mit dem Gedanken, HSP-Singletreffen anzubieten. Wie wir diese Events genau gestalten, werdet Ihr zu gegebener Zeit erfahren.

Freitag, 20. Februar 2015

Fünf No-Gos beim ersten Date

Paul-Georg Meister / www.pixelio.de
Wie verhält man sich eigentlich beim ersten Date? Wieder eine Frage, auf die man nur schwer pauschal antworten kann. Jeder ist aus einem anderen Holz geschnitzt, die einen suchen ein schnelles Abenteuer, die anderen eine längerfristige Partnerschaft. Heute will ich deshalb aus eigener Erfahrung sprechen, denn ich hatte Anfang der Woche ein Rendezvous und konnte hinterher nicht anders, als dem Herrn, der auf meine Kontaktanzeige mit sehr regem E-Mail-Verkehr und WhatsApp-Nachrichten reagiert hatte, einen Korb zu geben. Er hatte sich schon vor dem Treffen in meiner Lieblings-Cocktailbar penetrant benommen und sich in seiner Eröffnungs-Mail nicht nur jünger, sondern auch größer gemacht. Was dann passierte, ließ mich am nächsten Morgen emotional erstarren. Da waren sie plötzlich – meine fünf No-Gos beim ersten Date:

Offensives Anstarren

Wohl kaum jemand mag es, so offensiv angestarrt zu werden, dass man den Blick abwenden muss! Ich spreche von einem Starren, bei dem man das Gefühl hat, die Klamotten vom Leib gezerrt zu bekommen. Hungrige Blicke, bei denen in den Pupillen das Wort “Sex” aufzublitzen scheint, finde ich bei Treffen Nummer Eins nur legitim für Leute, die sich auf Casual Dating-Portalen herumtreiben und gezielt eine Affaire anvisieren.

Zu viele Komplimente für Äußerlichkeiten

Irgendetwas muss faul sein, wenn man gefühlt in jedem zweiten Satz hört, wie toll man aussieht. Im Prinzip sollten Komplimente für Äußerlichkeiten beim ersten Treffen erlaubt sein, solange der Herr sie gegenüber der Dame sparsam einsetzt und nicht an offensives Anstarren koppelt.

Übertriebener Alkohol-Konsum

Ein Gläschen Wein, ein Bier oder ein Cocktail kann die Stimmung auflockern. Zu viel Alkohol enthemmt und führt unter Umständen zu Handlungen, die man ein paar Stunden später bereut. Bei meinem Date lief das so ab: Kaum war ich zwischendurch auf die Damentoilette verschwunden, hatte meine neue Bekanntschaft schon die nächste Runde Cocktails geordert. Ohne mich zu fragen! Die Mango-Mojitos schmeckten aber so schön süß und ich fühlte mich auf einmal wohlig beschwipst ...

Nacktbilder zeigen

Als mich der Alkohol mehr oder weniger im Griff hatte, zog mein potentieller “Seelenpartner” sein Handy aus der Hosentasche und spielte mir seine Lieblingssongs vor. Auf seiner Speicherkarte befanden sich ebenfalls Fotos eines durchtrainierten nackten Männerkörpers. Mich wunderte es auch gar nicht, dass der Kopf abgeschnitten war. Wenn ich mich recht erinnere versuchte er sogar, mir ein Foto seiner entblößten Genitalien unterzujubeln ...

Sexwünsche äußern

So kam es, wie es kommen musste: Nach fünf (!) alkoholischen Cocktails fragte mich der Gentleman mit einem charmanten Säuseln, ob ich Lust hätte, ihn ins Hotel zu begleiten. Einen festen Wohnsitz in Berlin habe er nämlich noch nicht. Am Ende des Abends gingen wir wider seiner Erwartungen auf getrennten Wegen nach Hause.

Fazit: Egal, wie viel man mit Sex am Hut hat: Wer nach “Mr. oder Mrs. Right” anstatt nach einer schnellen Nummer Ausschau hält, der tue gut daran, Sexwünsche nicht gleich beim ersten Date zu erfüllen. Das soll keineswegs bedeuten, dass eine Bettgeschichte beim ersten Date eine Beziehung grundsätzlich ausschließt. Man achte diesbezüglich auf sein Bauchgefühl. Trotz gemeinsamer Interessen trieb mich mein Bauchgefühl jedenfalls zum Rückzug und das ist sicherlich auch gut so.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Sieben Schritte zu einer lebendigen Beziehung

S. Hofschlaeger / www.pixelio.de
Eine Beziehung soll stark machen anstatt Energie zu rauben. Lebendig soll sie sein anstatt in eine Sackgasse aus schalen Gewohnheiten oder gar Vorwürfen zu münden. Gibt es ein Allheilmittel, mit dem es auf jeden Fall gelingt, partnerschaftliche Beziehungen am Leben zu halten? Wohl eher nicht. Die Suche nach einem Patentrezept wäre müßig, denn die Menschen sind so individuell wie die Beziehungen, die sie miteinander führen. Gay und Kathlyn Hendricks propagieren in ihrem Beziehungsratgeber “Liebe macht stark: Von der Abhängigkeit zur engagierten Partnerschaft” sieben Schritte zum Aufbau von lebendigen Beziehungen bei Paaren. Ich habe den Lesestoff für Beziehungshungrige unter die Lupe genommen und auf meine Weise für Euch interpretiert:

Engagement

Eine Beziehung bedeutet Einsatz. Wer bisher nur auf sich selbst fokussiert war, der wird mit dem Eingehen einer Partnerschaft ein Stück weit seinen Blickwinkel ändern müssen: Das “Ich” rückt zwangsläufig hinter das “Wir”! Engagement ist also an Kompromisse gekoppelt. Bevor man sich engagiert, wird deshalb die Frage aufkommen, ob es sich lohnt, sich auf einen bestimmten Menschen festzulegen.

Selbstliebe

Den Begriff Selbstliebe halte ich für irreführend, da er viel zu leicht mit Selbstverliebtheit verwechselt wird. Anstelle von Selbstliebe schreibe man sich besser den Begriff “Selbst-Akzeptanz” auf die Fahnen. Ehe man in der Lage ist, einen anderen Menschen mit seinen Stärken und Schwächen anzunehmen, versöhne man sich erst einmal mit der Person im Spiegel – und sei sie noch so dick, dünn, x- oder o-beinig.

Fühlen lernen

Menschen haben die Angewohnheit, sich hinter einem emotionalen Schutzwall zu verstecken. Von Kindesbeinen an werden wir verletzt, erleiden Schockerfahrungen und schließen unsere Gefühle lieber weg als sie uns selbst und anderen zu zeigen. Einen emotionalen Abwehrmechanismus empfinden wir nämlich als angenehmer als weitere seelische Wunden. Um unsere Beziehungen auf eine gesunde Basis zu bringen, besteht folglich die Notwendigkeit, wieder fühlen zu lernen. Im Schutzpanzer mutiert man nach einer Weile zum gefühlsmäßigen Zombie und stumpft auch ab gegenüber den Empfindungen anderer Menschen.

Zur eigenen Schöpferkraft stehen

Beziehungen erfordern Kreativität. Der allabendliche Satz “Hol' mir mal ein Bier, Schatz” mit anschließendem Fernseh-Konsum tötet spätestens beim zweiten Mal die Leidenschaft. Das nur als plakatives Beispiel am Rande … Um Langeweile im Alltag zu bekämpfen, muss man immer wieder die kleinen grauen Zellen anstrengen und sich Rituale einfallen lassen, an denen beide Partner Freude haben. Schöpferkraft drückt sich zum Beispiel wunderbar in der Planung einer Reise oder beim gemeinsamen Kochen aus.

Mikroskopisch genau die Wahrheit sagen

Einer der Grundpfeiler einer glücklichen Beziehung ist Ehrlichkeit. Kleine Notlügen seien gestattet, sofern sie der Partnerschaft nicht schaden. Notorisches Lügen mit regelmäßiger Wiederholung wird jedoch von den meisten Menschen als Trennungsgrund gehandelt – je nachdem, welche Werte man leben möchte.

Vereinbarungen einhalten

Hat man vereinbart, eine monogame Beziehung ohne Seitensprünge zu führen, tut man gut daran, sich an diese Vereinbarung zu halten. Ähnlich verhält es sich mit Pünktlichkeit: Wenn der Partner zu Verabredungen grundsätzlich zu spät erscheint, ist irgendwann die Toleranzgrenze überschritten und Streit keimt auf – in einem Punkt, wo er sich wirklich vermeiden ließe!

In einem positiven Energiezustand leben

“Denk positiv”, liest man in hunderttausend Lebensratgebern von Gurus, die damit ein Schweinegeld verdienen. Und wenn es mal nicht funktioniert, schicke den Wunsch ans Universum. Nein, so einfach geht die Rechnung an manchen Tagen leider nicht auf. Es passieren Dinge, auf die man keinen Einfluss hat, man spürt Trauer, Wut und Verzweiflung. Wie soll man auf Dauer in einem positiven Energiezustand verharren, wenn das Leben mit all seiner Grausamkeit um sich schlägt? Die Lösung liegt darin, die negativen Gefühle zuzulassen. Nur so können sie abfließen und anschließend hat man den Kopf wieder frei für positive Gedanken. Auch wenn sich auf Beziehungsebene ein Konflikt anbahnt, trägt man ihn lieber aus als Probleme runter zu schlucken. Ansonsten sammelt sich so viel negative Energie an, dass es eines Tages richtig böse knallt und die Beziehung unter Umständen daran zerbricht.