Mittwoch, 20. Mai 2015

“Das ist Berlin, Baby!” - das eBook-Debüt von Alexandra Sonnental

2014 tauchte plötzlich eine Berliner Autorin namens Alexandra Sonnental auf der Bildfläche auf. Keiner weiß, wie sie aussieht, es sei denn man hat am 16. Mai ihre Buchpremiere in Berlin besucht und sie dort lesen gehört. Seit letztem Samstag ist ihr erster Lyrik- und Prosaband “Das ist Berlin, Baby!” (neobooks) bei Online-Buchhändlern wie Amazon, Weltbild, Thalia und Buecher.de erhältlich.

Alexandra hat ihre Gedichte und Kurzgeschichten ohne Lektor oder Verlag in Eigenregie veröffentlicht und das Cover einschließlich der Zeichnung selbst gestaltet. Ihre literarischen Werke sind im Berliner Künstlermilieu angesiedelt und beleuchten zwischenmenschliche Dramen, in denen immer Liebe, Erotik, Leidenschaft und Kunst die Hauptrolle spielen. In der ersten Geschichte “Die schwarze Johanna” nimmt sie uns mit auf eine Zeitreise ins Berlin des 19. Jahrhunderts. Da treten nicht nur “preußische Soldaten mit Pickelhaube” auf, sondern auch ein namenloser Dichter. Bei einem Sonntags-Spaziergang am Landwehrkanal trifft dieser Herr eine Malerin namens Johanna. Ungewöhnlich für die Zeit, hat die betörend schöne Frau mit den langen schwarzen Haaren Mann und Kind verlassen, um in Berlin ein Künstlerleben zu führen. Der Erzähler verfällt ihren weiblichen Reizen und stürzt sich in eine literarisch inspirierende Affäre. Für die Gedichte über seine lüsterne Muse zahlt er jedoch einen hohen Preis ...

Frau Sonnental schreibt ähnlich feurige Lyrik wie ihr fiktionaler Kollege. Die Verse reimen sich nicht und bedienen sich ausdrucksstarker Bilder. Hat man sich einige davon zu Gemüte geführt, fügt sich vor dem geistigen Auge das Portrait einer Amour fou zusammen. Die Leidenschaft, die Leiden schafft, steckt in jedem Wort, beschönigt wird dabei nichts. Beispiel: “Du nennst mich Miststück / Ich sehe den Misthaufen, auf dem du Drogenduft verströmst”.

Zweimal erzählt die Autorin aus Sicht eines männlichen Protagonisten. Nach dem Poeten aus dem alten Preußen kommt der Schürzenjäger Tommi Ficker ins Spiel. Man begegnet ihm in gleich drei Kurzgeschichten und findet ihn entweder liebenswert, abscheulich oder manchmal auch beides. Der ambitionierte Künstler benutzt Frauen, greift zur Flasche und härteren Drogen. In “Herr Bumsfallera” offenbart er sein persönliches Drama, welches ihn zu der Figur gemacht hat, die er ist. Alles beginnt mit den Worten: “Grüß Gott, ich heiße Tommi, Tommi Ficker. Ich habe einen kleinen Schwanz und mache trotzdem meinem Namen alle Ehre ...” Ob nur sein 9,2 Zentimeter “großes” bestes Stück an seiner Misere schuld ist, muss man nach der Lektüre am besten selbst entscheiden.

Alexandra Sonnental schreibt übrigens gerne kafkaesk: In einer alptraumhaften Wohnung wird eine Johanna aus der Gegenwart von zwei Schlägertypen bedroht und von einer mysteriösen Frau namens Hea zu lesbischen Handlungen genötigt. Ihr gelingt die Flucht, doch bis dahin prasseln eine Reihe von Skurrilitäten auf sie ein. Ähnlich surreal erscheint die Welt, in der Tommi Ficker den Satz “Das ist Berlin, Baby!” in den Raum wirft. Eine seiner Gespielinnen landet nach einer seelisch belastenden Begegnung mit ihm in einer Theater-Garderobe und letzten Endes als Mauerblümchen auf einer oberflächlichen Szene-Party.

Wann findet sich in all diesen zwischenmenschlichen Verwicklungen endlich einmal ein glückliches Paar, fragt man sich beim Lesen ein bisschen frustriert. “Das Leben könnte so einfach sein, aber ganz gewiss nicht in diesen Kurzgeschichten und Gedichten”, heißt es auf dem Waschzettel zum eBook. Diesen Satz unterschreibe ich nach der Lektüre von “Das ist Berlin, Baby!” und bin schon sehr neugierig auf den Roman, an dem Alexandra Sonnental zurzeit arbeitet.

Montag, 20. April 2015

Theater-Spiele für kreative Singles

lichtkunst.73 / www.pixelio.de
Einmal im Moment veranstaltet die ausgebildete Schauspielerin und Theaterpädagogin Leonie Kotsch im Café Fincan in Berlin-Neukölln Theater-Spiele für Singles. Ich habe Leonie virtuell in meiner Meetup-Gruppe “Kreative Singles in Berlin” kennengelernt. Vor ein paar Wochen hat sie mich gefragt, ob ich Lust hätte, ihre Kurse zu promoten. Selbstverständlich gab ich ihr sofort eine Zusage, denn Singletreffen mit Theaterübungen passen einfach perfekt in mein Konzept von Kreativsingles.de.

Als zukünftige Singlebörsen-Betreiberin teste ich natürlich alle Events, die ich auf meinen Social Media-Seiten anbiete. Nur wenn ich persönlich von einer Dating-Veranstaltung überzeugt bin, mache ich auch längerfristig dafür Werbung. Leonie hat gestern Mittag den Test zu meiner vollsten Zufriedenheit bestanden. :-) Das schöne Frühlingswetter sorgte zwar nicht für eine übermäßig hohe Teilnehmerzahl, aber alle, die sich in dem Neuköllner Kulturcafé eingefunden hatten, waren offen für die Theater-Spiele und hatten eine Menge Spaß.

Wie ich erkennen durfte, schult Impro-Theater die Kommunikation und die Sensibilität, sich auf andere Menschen einzustellen. Da ja alles nur ein Spiel ist, kann man sich ständig neu ausprobieren, ohne Angst haben zu müssen, was die Mitspieler denken könnten. Gerade schüchterne Persönlichkeiten bekommen so die Möglichkeit, aus ihrem Schneckenhaus herauszuschlüpfen. Man braucht sich nur zu öffnen, zu beobachten und zu schauen, was mit einem selbst und der Gruppe passiert. So entsteht automatisch kreatives Potential, aus dem man im weiteren Verlauf der spielerischen Übungen schöpfen kann. Zum Beispiel habe ich mit einem der männlichen Teilnehmer wiederholt ein Tänzchen aufs Parkett gelegt ...

Gegen Ende des Kurses mimten wir abwechselnd eine Figur auf einer Parkbank - ins Repertoire mischten sich ein alter Mensch, ein Obdachloser oder ein geistig Verwirrter. Eine zweite Person musste versuchen, die bereits sitzende mit psychologischen Tricks zu vertreiben. Körperliches Einwirken war bei diesem Spiel strengstens verboten - ein effektives Training für die kleinen grauen Zellen! Letzten Endes haben wir lauthals über unsere Darstellungen gelacht.

Wie die Theater-Spiele für Singles im Detail ablaufen, darf ich hier auf ausdrücklichen Wunsch der Kursleiterin nicht beschreiben. Wer es wirklich wissen möchte, der komme beim nächsten Mal einfach selber vorbei. Auf jeden Fall gaben alle Anwesenden Leonie hinterher positives Feedback und ich beschloss, dass ich die nächsten Theater-Spiele für Singles am 17. Mai wieder bei “Kreative Singles in Berlin”, auf Facebook, Google+ und auf anderen Profilen ankündigen werde. Man merkt nämlich, dass Leonies große Leidenschaft im Unterrichten liegt. Bis zu ihrem 35. Lebensjahr wollte sie unbedingt als Schauspielerin auf der Bühne stehen, erzählte sie mir. Mittlerweile fühlt sie sich jedoch berufen, Schauspiel-Lehrerin zu sein und direkt mit Menschen zu arbeiten, nicht nur mit Singles, sondern auch mit psychisch Erkrankten. Aus meiner Sicht beim Workshop kann ich nur sagen: eine wirklich tolle Aufgabe, die hervorragend zur ihr passt!

Mittwoch, 15. April 2015

Der geplatzte Start von Kreativsingles.de

Bis vor ein paar Wochen ließ ich in den sozialen Netzwerken die Info kursieren, meine neue Singlebörse Kreativsingles.de würde am 15. April 2015 starten. Leider bin ich nun gezwungen, den Launch ein weiteres Mal zu verschieben. Einen Termin werde ich erst verkünden, wenn absehbar ist, dass die Entwicklung wirklich einwandfrei läuft.

Bei der Wahl meiner Geschäftspartner habe ich mich gründlich verzettelt: Mit der Entscheidung für die Agentur UIZ, die noch immer auf der Baustellenseite verlinkt ist, entwickelte sich der Aufbau des Dating-Portals für Kreative, Künstler und Freunde anders als geplant. Das Team arbeitete mit dem beliebten CMS WordPress und diversen Community-Plugins wie BuddyPress. Anhand einer Demo-Website für eine Online-Kontaktbörse konnte der Boss der Agentur mir sehr anschaulich und seriös erklären, was alles möglich ist. Er nahm sich auch eine Menge Zeit und gab auf jede meiner Fragen klare, sachliche Antworten. Also setzte ich nach einigen Überlegungen aufs falsche Pferd, das ich im Januar für das richtige hielt. Was ich mir wirklich ankreiden kann, ist die Tatsache, dass ich das Portfolio von UIZ nicht gründlich genug gecheckt hatte. Hätte ich das beizeiten getan, wäre mir aufgefallen, dass das Berliner Startup mit nepalesischem Background bisher nur Websites für indische Restaurants erstellt hat – ebenfalls mehr schlecht als recht!

Zwischen Januar und März wurde mir täglich bewusster, auf was für inkompetente Spezies ich hereingefallen war. Sie befolgten meine Anweisungen nur mangelhaft und waren auf dem Feedback-Ohr zu 100 Prozent taub. An meinem Geburtstag bekam ich von mir selbst das Geschenk, diesen Herren den Auftrag zu entziehen!

Warum ich heute öffentlich von meiner Pleite erzähle? Nicht um meinen “Feinden” Stoff zum Lästern hinzuwerfen (das tun sie sowieso), sondern als Warnung für andere Gründer. Wer sich im Internet selbständig machen möchte, der tue gut daran, vor der Wahl eines Entwickler-Teams peinlichst genau hinzusehen, auf wen er sich einlässt. Ich kläre jetzt erst einmal ab, welche Agentur wirklich Erfahrung mit Communities hat und überprüfe die Referenzen. Dabei nehme ich auch direkten Kontakt mit den Betreibern von Websites auf und frage nach, wie befriedigend die Zusammenarbeit mit den Entwicklern und Designern gelaufen ist. Zurzeit stehe ich mit mehreren Firmen in Kontakt – offen und gleichzeitig misstrauisch. Mit Kompetenz und Integrität baut man mein Vertrauen glücklicherweise ziemlich schnell wieder auf!

Rainer Sturm / www.pixelio.de

Montag, 13. April 2015

Ohne Kommunikation keine Beziehung

Stephanie Hofschlaeger / www.pixelio.de
Die Basis jeder Beziehung ist Kommunikation: Ohne Kommunikation kein Netzwerk, keine Freunde und erst recht kein lang ersehnter Beziehungspartner. Dem Kommunikationsfluss kann sich kaum jemand entziehen, es sei denn, man baut sich eine abgeschiedene Hütte im Wald und verweigert sich der Interaktion mit anderen Menschen. Selbst wenn man in Gesellschaft schweigt, kommuniziert man über Gesten, Körpergeruch, über Blicke oder die Art der Kleidung. Ich zum Beispiel sammele extravagante Brillen und wechsele meine Brillen wie die Unterhosen, sprich, jeden Tag. Bei meinem monotonen Broterwerb bringe ich damit zum Ausdruck: Ich bin weitaus abwechslungsreicher und kreativer als dieser langweilige Job! ;-)

Stellen wir uns einmal folgende Situation vor: Gaby und Klaus, zwei einsame Herzen über 40, besuchen eine Singleparty. Beide sind in Beziehungen schon mehrmals enttäuscht worden und wünschen sich trotz ihrer Altlasten eine glückliche Partnerschaft, die am besten “für immer und ewig” halten sollte. Klaus hockt den ganzen Abend an der Bar, starrt auf den Boden und klammert sich an seiner Bierflasche fest, Gaby steht mit verschränkten Armen in einer Ecke und guckt mürrisch Richtung Tanzfläche. Die Männer machen um Gaby einen großen Bogen, denn ihre Ausstrahlung ist einfach nur zum Fürchten. Derweil fragt sich Gaby, warum Klaus nicht endlich mal einen Schritt auf sie zugeht. Das Ende vom Lied: Beide flüchten irgendwann frustriert nach Hause und glauben: “Scheiß Singleparty! Den Veranstalter sollte man verklagen!”

Ein denkwürdig komisches Beispiel habe ich am 28. März mit eigenen Augen erlebt – ja, bei der Party zum Workshop “Human Rising” mit meinem Lieblings-Coach Veit Lindau. Wie üblich bei solchen Veranstaltungen, waren die Frauen wieder deutlich in der Überzahl. Ich hatte es geschafft, mir einen netten, attraktiven Mann zum Flirten zu angeln. Einer anderen Teilnehmerin missfiel das gewaltig. Während ich mit dem Herrn tanzte, drängte sie sich ständig dazwischen und bombardierte mich mit einem Blick, der mir signalisierte: “Wenn du Schlampe dich nicht sofort verpisst, töte ich dich!” Der nette, attraktive Mann an meiner Seite fand das Verhalten nur zum Schmunzeln und mir wurde einmal wieder bewusst, wie weit Theorie und Praxis manchmal auseinander liegen. Ihr kennt nämlich die Vorgeschichte noch nicht: Beim Workshop hatte uns der liebe Veit zu diversen Kommunikationsübungen animiert … ;-)

Das Leben könnte so entspannt sein, wenn alle Menschen angstfrei, offen und unvoreingenommen aufeinander zugingen! Jemand, der behauptet, Smalltalk zu hassen, blockiert sich meiner Meinung nach selbst für tiefgründigere Gespräche. Unter völlig fremden Individuen dient Smalltalk dem Aufbau von geistiger Nähe. Man weiß ja noch nicht, wie der andere tickt und was ihn interessiert. Bevor man seine Lebensgeschichte erzählt, über Gott und die Welt philosophiert oder das politische Tagesgeschehen zerpflückt, muss man zuerst eine Brücke vom Ich zum Du bauen, damit überhaupt ein Wir entstehen kann. Am besten mischt man sich so oft wie möglich unter Leute und probiert es aus an “lebenden Objekten”. Nur Übung macht einen Meister (oder eine Meisterin) der Kommunikation!

Dienstag, 31. März 2015

Mit Intuition zur Partnerschaft

Alexandra H. / www.pixelio.de
Ist es möglich, den Charakter eines potentiellen Partners intuitiv zu ergründen? Mit diesem Thema beschäftigten wir uns letzten Donnerstag beim Single-Stammtisch von Doris Purol-Mair in Berlin. Die NLP-Trainerin gab uns Teilnehmern die Aufgabe, den Sitznachbarn mit Blicken zu analysieren. Keiner kannte die anderen anwesenden Damen und Herren näher. Trotzdem sollten wir mittels Intuition schlussfolgern, wie die Person als Kind gewesen sein könnte, in welchen Lebensumständen sie sich heute befindet und welche Art von Partner zu ihr passen könnte. “Keine leichte Aufgabe”, dachte ich, bevor ich mich auf das Spiel eingelassen hatte.

Zu meiner Rechten saß eine Frau, die ich auf Mitte bis Ende 40 schätzte. Sie hatte auffällig große blaue Augen, war modisch gekleidet und ich meinte, unterschwellige Trauer in ihrem Blick zu erkennen. Dieser Eindruck brachte mich zu der Annahme, dass sie ein fröhliches, folgsames Kind gewesen sein musste, das irgendwann eine traurige Erfahrung gemacht hat. Sie verneinte das. Die intuitive Analyse ihrer gegenwärtigen Situation fiel mir wesentlich leichter: Sie nickte lächelnd, als ich ihr erzählte, dass sie in einer sicheren Festanstellung arbeite und sich für Kultur und interessiere. Außerdem gab sie mir Recht, sich einen ernsthaften, ebenfalls kulturinteressierten Mann an ihrer Seite zu wünschen, mit dem man tiefgründige Gespräche führen kann.

Ihr gelang es noch einen kleinen Tick besser, mich mithilfe ihrer Intuition charakterlich zu erfassen. Alle anderen lagen bei ihrem Gegenüber auch meist erstaunlich richtig, nur bei der Analyse der Kindheit haperte es hin und wieder. Verständlich! Um darüber Mutmaßungen anzustellen, sollte man einen Menschen schon ein bisschen kennen.

Was lernen wir also aus dieser Übung vom Single-Stammtisch? Es lohnt sich, die innere Stimme zu trainieren und dann bei der Partnerwahl auf sie zu hören! Wenn ich auf meine bisherigen Beziehungen zurückschaue, erwiesen sich meine Vorahnungen immer als richtig. Den einen hielt ich für bedürftig, den anderen für einen Frauenheld. Warum ich im Handeln nicht so klug war wie meine Intuition bei der Betrachtung der Herren, könnte mir heute einerseits ein Rätsel sein, andererseits weiß ich, dass mich Problemfälle als Inspirationsquellen für künstlerische Werke immer magisch anziehen. ;-)

Bei einem ersten Date sieht man sich im Idealfall tief in die Augen, denn die Augen sind der Schlüssel zur Seele. Sofern man dafür noch nicht genügend Vertrautheit spürt, beobachtet man am besten erst einmal die Körpersprache. Sie sagt häufig viel mehr über einen Menschen aus als das gesprochene Wort. Je öfter man sich auf ein Date einlässt, desto mehr Gelegenheiten bekommt man, die innere Stimme zu schulen. Eines sollte man bei diesen Begegnungen auf jeden Fall vermeiden: krampfhaftes Suchen. Die Intuition spricht bei der Partnerwahl nur weise Worte, wenn man sich entspannt.

Sonntag, 22. März 2015

Ein Single-Stammtisch mit Gruppen-Coaching

Foto: Rainer Sturm / www.pixelio.de
Viele Singles können von dieser Problematik mit Sicherheit ein Lied singen: Man hetzt von einem Single-Treffen zum nächsten, tummelt sich in den diversen Single-Gruppen bei Facebook und investiert vielleicht noch den einen oder anderen Euro in Online-Dating und Kontaktanzeigen. Manchmal hat man dann ein Date, bei dem meist kein Funke überspringt. Wenn doch, wartet an der nächsten Ecke schon eine herbe Enttäuschung, weil das altbekannte Beuteschema wieder knallhart zuschlägt - unbewusst natürlich. Am Ende der Liaison fragt man sich voller Selbstzweifel: Warum passiert mir immer wieder das gleiche?

An dem Punkt war ich selbst vor einer Weile angelangt und plötzlich flatterte mir bei Xing eine Einladung ins Haus: zu einem Vortrag der NLP-Trainerin Doris Purol-Mair mit dem Thema "Warum passiert mir immer das gleiche?". Das passierte im September 2014. Ich war gerade frisch aus dem Urlaub zurück gekommen, mein Kopf fühlte sich frei für neue Impulse. Ich gierte quasi nach einer Antwort, denn nach zwei richtig bösen Beziehungspleiten hing die Frage wie ein Damokles-Schwert über mir. Warum ziehe ich immer wieder psychisch gestörte, wesentlich ältere Männer mit Bindungsängsten an? Mit der Einsicht, selber ein bisschen "plemplem" zu sein, ging ich zu dem Vortrag - bereits in der Gewissheit, dass es zwischen den psychisch gestörten, wesentlich älteren Männern mit Bindungsangst und mir einen gemeinsamen Nenner geben musste ...

Während des Vortrags atmete ich auf einmal schwer und fühlte mich den Tränen nah. Die ausgebildete Psychotherapeutin Purol-Mair beschrieb anhand sehr anschaulicher, teils persönlicher Beispiele, wie der Mensch im Laufe seines Lebens Wut, Trauer und Schuldgefühle ansammelt und schließlich effektive Abwehrmechanismen gegen diesen Wust an Gefühlen aufbaut. Im Unbewussten leben die negativen Emotionen weiter und möchten nach außen vordringen. Wenn da bloß nicht dieser gut gepflegte Schutzwall wäre! Fazit: Der Mensch sollte seine Gefühlsaltlasten ganz genau kennen, rauslassen, annehmen und sich mit der "Quelle des Übels" versöhnen - sei es die Mutter, der Vater oder ein früherer Partner.

Nach dem gleichen Prinzip arbeitet Doris Purol-Mair bei ihrem Single-Stammtisch "Endlich zu zweit", der einmal im Monat bei Meeet in Berlin-Wilmersdorf stattfindet. Dort treffen sich Singles, die lösungsorientiert ihren eigenen inneren Schweinehund bei der Partnersuche überwinden wollen. Wer sich beispielsweise schwer damit tut, in einer Partnerschaft Nähe zuzulassen, der gewinnt im Laufe des Gruppen-Coachings einen klaren Blick auf mögliche Ursachen. Außerdem kann man sich locker mit den anderen Teilnehmern über persönliche Erfahrungen austauschen. Wenn man Glück hat, sitzt der potentielle neue Partner sogar am gleichen Tisch.

Nächster Single-Stammtisch:

26. März 2015, 19 Uhr

Veranstaltungsort:

Meeet - Inspirierende Räume für Coaching, Beratung und Training
Konstanzer Str. 15a
10707 Berlin

Kosten pro Teilnehmer:

25 Euro

Sonntag, 8. März 2015

Selbst ist die Frau - nicht nur zum Frauentag

Alles Gute zum Frauentag! Jetzt, wie ich diese Worte an Euch schreibe, liegen schon wieder mehrere Stunden harter Arbeit hinter mir. Wenn ich den blauen Himmel und den Sonnenschein betrachte, wird mir ein bisschen wehmütig zumute. Ich möchte viel lieber draußen in der Natur flanieren oder mit Freunden im Café sitzen. Stattdessen habe ich wieder Männern Anweisungen gegeben, mein in der Entwicklung befindliches Dating-Portal Kreativsingles.de zu optimieren. Die Zeit bis zum Launch am 15. April rinnt mir nämlich wie Sand durch die Finger!

Ihr fragt Euch vielleicht gerade: Warum macht die das eigentlich? Ganz einfach: Weil es mir stinkt, für den Rest meines Lebens monotone Hamsterrad-Tätigkeiten zu verrichten und am Ende des Tages das Gefühl zu haben, nur eine Nummer zu sein. Nach 40 Stunden verschwendeter Lebenszeit pro Woche und Arbeitsabläufen, die jegliche Kreativität töten, kann ich nur noch laut schreien: Es reicht! Ich hatte schon lange innerlich geschrien und vergeblich versucht, einen interessanteren Job zu finden. Währenddessen absolvierte ich ein Job-Coaching und beobachtete, wie Kollegen ohne berufliche Alternative kündigten und lieber ALG 1 bezogen, als sich weiter in die Tretmühle einspannen zu lassen.

Irgendwann kam ich zu dem Schluss: Ich fühle mich beim Rackern um mein täglich Brot benutzt und da muss es doch noch mehr geben im Leben! Also sammelte ich Geschäftsideen und traf im Sommer 2014 die Entscheidung, eine neue Singlebörse für Kreative, Künstler und Kunstinteressierte aufzubauen. Übrigens wird sich das Angebot von Kreativsingles.de auch an Hochsensible und Unternehmer mit ausgeklügelten Geschäftsideen richten - Menschen, denen es Spaß macht, sich selbst zu verwirklichen und die zwischen alledem noch ein passendes Gegenstück suchen.

Selbstverwirklichung und Streben nach finanzieller Freiheit sind die treibenden Kräfte in meinem Leben. Als Kleinkind wurde ich wohl zu häufig mit dem Begriff "Saftladen" konfrontiert. Während meine Mutter arbeiten ging, kümmerten sich meine Großeltern um mich. Am späten Nachmittag saß die Frau Mama dann immer mit Oma und Opa bei Kaffee und Gebäck zusammen und beschwerte sich über ihre dominante Chefin oder die nervigen Kollegen. Dazwischen fiel ständig das Wort Saftladen, Saftladen, Saftladen ... Jetzt verdiene ich selber in einem Saftladen meinen Lebensunterhalt: Man stelle sich ein lautes Großraumbüro und Kopfschmerzen erregende Gerüche vor, Privatsphäre gleich null. Um den Kampf um mein monatliches Einkommen leichter zu ertragen, beballere ich meine Ohren täglich stundenlang mit meiner Lieblingsmusik.

Bis sich all das ändert (das Powerziel meines derzeitigen Lebens), übe ich mich in Dankbarkeit um meine Arbeitsstelle und erledige den Job weiterhin so gewissenhaft wie es meinem menschlich durchaus netten Chef gefällt. Damit sich meine Situation so schnell wie möglich ändert, suche ich nun Investoren, die mich beim Aufbau meiner Selbständigkeit unterstützen. Je besser das Marketing, desto wahrscheinlicher der Erfolg und gute PR kostet Geld ...

Um zum Schluss noch einmal den Bogen zum Frauentag zu schlagen: Ich gehe immer öfter zu Netzwerktreffen für Unternehmerinnen und zu Vorträgen in die Gründerinnenzentrale hier in Berlin. Dort erlebe ich jedes Mal tolle, engagierte Frauen, denen es ähnlich geht wie mir. Sie wollen einfach mehr vom Leben als Abhängigkeit vom Ehemann oder einen Beruf im Angestelltenverhältnis, wo Frauen laut Datenreport des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mindestens 20 Prozent weniger Geld verdienen als Männer. Diese Tatsache macht mich wütend! Ich nutze meine Wut als treibende Kraft.

Foto: Goth United