Mittwoch, 18. Februar 2015

Sieben Schritte zu einer lebendigen Beziehung

S. Hofschlaeger / www.pixelio.de
Eine Beziehung soll stark machen anstatt Energie zu rauben. Lebendig soll sie sein anstatt in eine Sackgasse aus schalen Gewohnheiten oder gar Vorwürfen zu münden. Gibt es ein Allheilmittel, mit dem es auf jeden Fall gelingt, partnerschaftliche Beziehungen am Leben zu halten? Wohl eher nicht. Die Suche nach einem Patentrezept wäre müßig, denn die Menschen sind so individuell wie die Beziehungen, die sie miteinander führen. Gay und Kathlyn Hendricks propagieren in ihrem Beziehungsratgeber “Liebe macht stark: Von der Abhängigkeit zur engagierten Partnerschaft” sieben Schritte zum Aufbau von lebendigen Beziehungen bei Paaren. Ich habe den Lesestoff für Beziehungshungrige unter die Lupe genommen und auf meine Weise für Euch interpretiert:

Engagement

Eine Beziehung bedeutet Einsatz. Wer bisher nur auf sich selbst fokussiert war, der wird mit dem Eingehen einer Partnerschaft ein Stück weit seinen Blickwinkel ändern müssen: Das “Ich” rückt zwangsläufig hinter das “Wir”! Engagement ist also an Kompromisse gekoppelt. Bevor man sich engagiert, wird deshalb die Frage aufkommen, ob es sich lohnt, sich auf einen bestimmten Menschen festzulegen.

Selbstliebe

Den Begriff Selbstliebe halte ich für irreführend, da er viel zu leicht mit Selbstverliebtheit verwechselt wird. Anstelle von Selbstliebe schreibe man sich besser den Begriff “Selbst-Akzeptanz” auf die Fahnen. Ehe man in der Lage ist, einen anderen Menschen mit seinen Stärken und Schwächen anzunehmen, versöhne man sich erst einmal mit der Person im Spiegel – und sei sie noch so dick, dünn, x- oder o-beinig.

Fühlen lernen

Menschen haben die Angewohnheit, sich hinter einem emotionalen Schutzwall zu verstecken. Von Kindesbeinen an werden wir verletzt, erleiden Schockerfahrungen und schließen unsere Gefühle lieber weg als sie uns selbst und anderen zu zeigen. Einen emotionalen Abwehrmechanismus empfinden wir nämlich als angenehmer als weitere seelische Wunden. Um unsere Beziehungen auf eine gesunde Basis zu bringen, besteht folglich die Notwendigkeit, wieder fühlen zu lernen. Im Schutzpanzer mutiert man nach einer Weile zum gefühlsmäßigen Zombie und stumpft auch ab gegenüber den Empfindungen anderer Menschen.

Zur eigenen Schöpferkraft stehen

Beziehungen erfordern Kreativität. Der allabendliche Satz “Hol' mir mal ein Bier, Schatz” mit anschließendem Fernseh-Konsum tötet spätestens beim zweiten Mal die Leidenschaft. Das nur als plakatives Beispiel am Rande … Um Langeweile im Alltag zu bekämpfen, muss man immer wieder die kleinen grauen Zellen anstrengen und sich Rituale einfallen lassen, an denen beide Partner Freude haben. Schöpferkraft drückt sich zum Beispiel wunderbar in der Planung einer Reise oder beim gemeinsamen Kochen aus.

Mikroskopisch genau die Wahrheit sagen

Einer der Grundpfeiler einer glücklichen Beziehung ist Ehrlichkeit. Kleine Notlügen seien gestattet, sofern sie der Partnerschaft nicht schaden. Notorisches Lügen mit regelmäßiger Wiederholung wird jedoch von den meisten Menschen als Trennungsgrund gehandelt – je nachdem, welche Werte man leben möchte.

Vereinbarungen einhalten

Hat man vereinbart, eine monogame Beziehung ohne Seitensprünge zu führen, tut man gut daran, sich an diese Vereinbarung zu halten. Ähnlich verhält es sich mit Pünktlichkeit: Wenn der Partner zu Verabredungen grundsätzlich zu spät erscheint, ist irgendwann die Toleranzgrenze überschritten und Streit keimt auf – in einem Punkt, wo er sich wirklich vermeiden ließe!

In einem positiven Energiezustand leben

“Denk positiv”, liest man in hunderttausend Lebensratgebern von Gurus, die damit ein Schweinegeld verdienen. Und wenn es mal nicht funktioniert, schicke den Wunsch ans Universum. Nein, so einfach geht die Rechnung an manchen Tagen leider nicht auf. Es passieren Dinge, auf die man keinen Einfluss hat, man spürt Trauer, Wut und Verzweiflung. Wie soll man auf Dauer in einem positiven Energiezustand verharren, wenn das Leben mit all seiner Grausamkeit um sich schlägt? Die Lösung liegt darin, die negativen Gefühle zuzulassen. Nur so können sie abfließen und anschließend hat man den Kopf wieder frei für positive Gedanken. Auch wenn sich auf Beziehungsebene ein Konflikt anbahnt, trägt man ihn lieber aus als Probleme runter zu schlucken. Ansonsten sammelt sich so viel negative Energie an, dass es eines Tages richtig böse knallt und die Beziehung unter Umständen daran zerbricht.

Samstag, 7. Februar 2015

Ego und Single-Dasein

Stephanie Hofschlaeger / www.pixelio.de
Heute Morgen hat mir ein Mitglied meiner kleinen, aber feinen Facebook-Gruppe "Kreative Singlesin D, A und CH" ein Video zukommen lassen. Der österreichische Beziehungs-Coach Dominik Borde erläutert im ORF die Gründe fürs Single-Dasein. Er bringt die typischen Thesen auf den Tisch. Das können beispielsweise Verletzungen aus früheren Beziehungen sein, die einem Neustart im Weg stehen. Ein sehr gravierender Grund für Beziehungsängste, wie ich selbst im Artikel "Die Volkskrankheit Beziehungsangst" beschrieben habe. Borde macht aber auch auf einen anderen triftigen Grund aufmerksam: ein Ego, das sich lieber selbst verwirklichen möchte anstatt für eine Partnerschaft lähmende Kompromisse zu akzeptieren.

Hier nun ein fiktives Beispiel für einen solchen Kompromiss: Eine Frau hat sich beruflich etabliert, reist erfolgreich von Termin zu Termin und eines Tages verliebt sie sich so heftig, dass die Karrierepläne in den Hintergrund rücken. Nach wenigen Monaten der Zweisamkeit wird sie schwanger, was sie zwingt, aus dem Beruf auszuscheiden. Windeln und Babygeschrei bestimmen von nun an ihren Alltag. Ihr Posten wird neu besetzt und als sich das zweite Kind ankündigt, ist an einen beruflichen Neuanfang erst einmal gar nicht mehr zu denken. Währenddessen bastelt der Ehemann weiter an seiner Karriere und Frauchen mit den beiden hübschen Kindern sagt in ihrem warmen Nest frustriert zu sich selbst: "Wäre ich mal lieber Single geblieben!"

Kompromisse dieser Art lassen eine Partnerschaft schnell wie ein Horror-Szenario wirken. Folglich sollte sich jeder beziehungshungrige Mensch darüber im Klaren sein, dass ein potentieller Partner die persönliche Handlungs- und Entscheidungsfreiheit beschneiden kann. Für einen Menschen mit Ideen und Plänen ein absolutes No-Go! Worin liegt also die Lösung? Schließlich ist der Mensch ein soziales Wesen, das Alleinsein auf Dauer nur schwer erträgt.

Der gordische Knoten könnte platzen, sobald man es schafft, "lebendige Beziehungen" aufzubauen. Der bekannte Coach und Mentaltrainer Veit Lindau verwendet diesen Begriff häufig in Bezug auf berufliches Netzwerken und allgemeine soziale Kontakte. Im partnerschaftlichen Leben bedeutet lebendige Beziehung, dass Geben und Nehmen im Einklang sind, man sich gegenseitig ergänzt und vorwärts bringt. Wenn man gemeinsam an einem Strang zieht und vielleicht sogar zusammen an einem Projekt arbeitet, könnte es sich auch für den größten Verfechter des Einzelkämpfertums lohnen, sich auf eine Partnerschaft einzulassen. Voraussetzung dafür sind selbstverständlich gemeinsame Interessen, Verständnis füreinander sowie ein gesundes Maß an Rücksichtnahme und Akzeptanz.


Donnerstag, 29. Januar 2015

Die gestörten Männer in der Oper Carmen

Bettina Stolze / www.pixelio.de
Manchmal ist das Leben wie eine Oper. Es gibt Zeiten voller Herzschmerz und es kommt vor, dass er sich in lauten, dramatischen Tönen äußert. Mit Georges Bizets Oper “Carmen” kenne ich mich besonders gut aus, vor allem faszinieren mich die zentralen Männergestalten Don José und Escamillo. Wer noch nie von den beiden Herren gehört hat, dem stelle ich sie kurz vor: Alle beide sind die reinsten Psychos. Frauen, die ihnen auf den Leim gehen, haben mit Sicherheit kurz Spaß, sollten aber besser schnell die Biege machen.

Der einfache Soldat Don José lässt sich von Carmen ganz locker um den Finger wickeln – anfangs bezirzt sie ihn aus purer Berechnung, denn wer hat schon Lust, im Gefängnis zu versauern? Im Rekordtempo brennt er lichterloh und verfällt ihr, was bei einer leidenschaftlichen Dame wie Carmen im Herzen einen Schalter umlegt: Sie verliebt sich in Don José, der eigentlich schon mit der Unschuld vom Lande, Micaëla, liiert ist. Die ungestüme freiheitsliebende Heldin erlangt jedoch bald die Erkenntnis, sich ein obrigkeitstreues Muttersöhnchen ohne Rückgrat geangelt zu haben. Das war so ganz und gar nicht in ihrem Interesse!

An dieser Stelle kommt der coole Stierkämpfer Escamillo ins Spiel. Er ist ein Macho wie er im Buche steht, hat ein narzisstisches Selbstbild und meint, bei jeder Frau landen zu können. Carmen lässt ihn nach seinem ersten Auftritt eiskalt abblitzen, schließlich schlägt ihr Herz (noch) für Don José. Als ihr Herzbube sich als Jammerlappen entpuppt, kann sie gar nicht anders, als sofort ins andere Extrem abzudriften. Sie schwört dem Torrero in einem schmachtenden Duett ihre Liebe und beide sind sich in ihren Gefühlen einig. Die Frage ist bloß: Wie lange wird die Liason zwischen Carmen und Escamillo dauern? Fakt ist, dass ihn auch andere weiblichs Fans fürs Abschlachten unschuldiger Stiere umjubeln!

Nun, über die Haltbarkeit der Beziehung lassen sich nur Spekulationen anstellen. Don José erweist sich nämlich als einer dieser Kerle, die nie kapieren, wann Schluss ist. Er gerät in die blinde Wahnvorstellung, seine “große Liebe” Carmen doch noch erobern zu können und beißt verständlicherweise bei ihr auf Granit. Vielleicht ginge sie lebendig aus dem Drama hevor, wenn sie dem manischen Ex nicht aufs Butterbrot schmieren würde, dass sie längst einen Neuen hat. Am Ende des emotionsgeladenen Finales sieht Don José deshalb nur noch rot, zückt sein Messer und sticht zu. Natürlich kann diese Oper nicht enden, ohne dass er ganz zum Schluss über seine Tat und den Verlust von Carmen jammert.

Und die Moral von der Geschicht'? Frau schaue besser zwei- oder dreimal hin, auf wen sie sich einlässt. Escamillo wäre bestimmt die richtige Wahl für einen amüsanten Abend, für mehr allerdings auch nicht ...

Samstag, 17. Januar 2015

Languages Of Love: eine Ausstellung über die Liebe

Das Berliner Künstler-Kollektiv MUSE (nicht zu verwechseln mit der britischen Rockband!) lud gestern Abend zur Ausstellung "Languages Of Love (Sprachen der Liebe)" im Loophole in Neukölln ein. Die Kunstwerke thematisierten alle das schönste Gefühl der Welt mit seinen unterschiedlichen Facetten: die Liebe.

Zu den Exponaten gehörten beispielsweise ein handgeschriebenes Liebesgedicht von Aaron Zöllner oder die Installation "Tower Of Love" von Lite Kultur, welche die Besucher anregen sollte, eigene Formen von Selbstliebe schriftlich auszudrücken. Unten im Keller liefen Videos, von denen vor allem "What Remained Unsaid" von Halea Isabelle Kala überzeugte. Menschen diverser Nationalitäten bekamen vor laufender Kamera die Chance, unausgesprochene Liebesbotschaften an Personen, die sie verloren hatten, über die Lippen zu bringen. Das Ergebnis dieses filmischen Experiments waren teilweise sehr anrührende Worte an verstorbene Familienmitglieder oder etwa Liebesgeständnisse an verflossene Partner.
Derweil hat Filmemacherin Debbie Davies im "I Love You Project" Teilnehmer aus Städten rund um den Globus aufgefordert, in ihrer Muttersprache "Ich liebe dich" zu sagen. Das Video-Material wurde anschließend mit belangloser elektronischer Musik von Julius Schön untermalt.

Die berühmten drei Worte klingen bedauerlicherweise wie eine oberflächliche Floskel, obwohl es wohl Ziel des Filmprojekts war, Menschen verschiedener Sprachen und Herkunft in Liebe miteinander zu verbinden. MUSE kratzte durch die Bank weg nur an der Oberfläche eines Gefühls, von dem man im Alltag und auf künstlerischer Ebene mehr Tiefgang erwartet. Vielleicht hätte "Languages Of Love" in einer großen, hellen Galerie eine ganz andere Wirkung gehabt als im dunklen, verqualmten Loophole. Was jedoch unabhängig vom Veranstaltungsort fehlte, waren trotz Lite Kultur ein paar effektive Interaktionsmöglichkeiten zwischen der (Liebes-)Kunst und deren Betrachtern. Die Liebe möchte schließlich Menschen berühren und in ihren Bann ziehen. Stattdessen animierte die Ausstellung eher zum Trinken, Rauchen und Kiffen. Das sind zwar durchaus gesellige Arten der menschlichen Interaktion, doch die "Sprachen der Liebe" erzeugten leider kein Echo, das lange nachhallen wird.

Foto: MUSE

Dienstag, 6. Januar 2015

Bedingungslose Liebe im Alltag

Heute widme ich mich einem Thema, das einige Jahre in der Vergangenheit schwer verständlich für mich gewesen wäre. Inspiriert hat mich der Satz “Liebe alles und alles verändert sich”, den die Künstlerin und Persönlichkeitstrainerin Sandra Carmen Gardlo heute in ihrem Facebook-Profil gepostet hat. Nicht immer will es uns gelingen, alles zu lieben. Trotzdem lohnt es sich, es jeden Tag aufs Neue zu versuchen. Wenn ich auf mein früheres Ich zurückblicke, empfinde ich mich als ziemlich unausstehlich: Sobald mich jemand verletzt hatte, kam der Racheengel in mir zum Vorschein und der war imstande, böses Unheil zu stiften. Nichts Kriminelles, aber Dinge, die man all zu schnell nicht vergisst … Kurz fühlte ich mich besser, aber gleichzeitig unheimlich ausgepowert. Anstatt mich auf meine Projekte und auf gute Freunde zu konzentrieren, gab ich lieber dem Negativen noch mehr Raum, ohne es damals bewusst zu merken. Ansätze von Zufriedenheit spürte ich erst, wenn auch der andere am Boden lag. Ich wünschte Menschen, die mir weh getan hatten, alles Schlechte der Welt an den Leib und geriet selbst in eine Abwärts-Spirale. Erst als ich 2009 das niedrigste Level meines Lebens erreicht hatte, sprach zum ersten Mal jemand von Heilung durch Licht und Liebe – in Kombination mit dem Satz “Ich gehe in Resonanz zur bedingungslosen Liebe”.

Die Hintergründe waren esoterischer Natur und in einigen Punkten nicht ganz seriös, weshalb ich mich schnell wieder von der Gruppe distanziert habe. Dennoch steckt in der Aussage der Schlüssel zu einem entspannteren, ausgeglicheneren Leben. Liebe bedeutet nämlich nicht, sich gleich in alles und jeden mit Haut und Haaren zu verlieben müssen. Ich setze diese Art von Liebe eher mit Wohlwollen und Respekt gleich – sowohl für sich selbst als auch für andere. Wenn man die respektvolle Liebe erst einmal entdeckt hat, entfällt die Notwendigkeit, sich für alles, was einem im Leben Schlechtes widerfährt, rächen zu wollen. Es reicht schon, dem “Übeltäter” sachlich die Meinung zu sagen und sich dann wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Vielleicht sieht er seine Fehler ein. Wenn nicht, wird er noch viele Gelegenheiten bekommen, aus seinem Verhalten zu lernen.

Tim Reckmann / www.pixelio.de

Sonntag, 4. Januar 2015

Vor einer neuen Beziehung bitte aufräumen!

Jan Kowalski / www.pixelio.de
Jeder Erwachsene, der bereits die eine oder andere Partnerschaft hinter sich hat, weiß es: Altlasten wie frühere Enttäuschungen oder nicht geheilte Verletzungen stehen einer neuen Beziehung im Weg. Ich gehe heute einen Schritt weiter. Die sogenannte Altlast kann auch der aktuelle Partner sein. Eigentlich hat man sich in Gedanken von ihm getrennt, wagt eine wirkliche Trennung aber nicht aus Angst vor dem Alleinsein. Heimlich begibt man sich wieder auf den Balzplatz des Lebens und schaut sich nach einer neuen besseren Hälfte um, obwohl zu Hause noch ein ungelöstes Problem auf zwei Beinen wartet. Plötzlich passiert es: Man begegnet einem anderen Menschen, es funkt und man fühlt sich wie im Himmel. Fast hätte man vergessen, dass sich hinter der eigenen Haustür die Hölle befindet und man immer noch mit einem Bein an den Teufel gekettet ist. Autsch, sage ich da nur!

Ein besonders gravierendes Beispiel hat mir schwer zu denken gegeben - und, wie Ihr gleich lesen werdet, erforderte es schwere Konsequenzen: Ein Mann und eine Frau kennen sich knapp zwei Wochen. Schon bei der ersten Zusammenkunft knisterte es zwischen ihnen, so dass sie beschlossen, sich häufiger zu sehen. Sie intensivierten ihren Kontakt auf allen Ebenen und der Mann behauptete, wie schön es doch wäre, endlich wieder zu zweit zu sein und nicht mehr allein aufwachen zu müssen. Die Frau wähnte sich nun in dem Glauben, ihr Traumprinz sei Single. Nach einer leidenschaftlichen Liebesnacht fragte sie ihn beiläufig, wann er denn die letzte Freundin gehabt habe. Ein paar Sekunden später macht er ihr ein Geständnis: Er sei immer noch verheiratet und habe mit seiner Gattin einen 17-jährigen Sohn. Seiner Geliebten fällt fast der Unterkiefer runter. Reflexartig löst sie sich aus seinen Armen. Er versucht, sie noch einmal in den Arm zu nehmen und beteuert, zwischen ihm und seiner Frau sei längst der Ofen aus. Er liebe sie nicht mehr und wolle sich scheiden lassen. Um eine neue Partnerin zu finden, triebe er sich schon seit einer ganzen Weile auf Dating-Portalen herum. Sein "Traummädchen", wie er seine Retterin nennt, stürzt vom Bett direkt unter die Dusche und flucht Zärtlichkeiten wie "Du verdammter Scheißkerl!". Bis oben hin eingehüllt in ihr Badetuch stürmt sie nach der Reinigung zurück ins Schlafzimmer, wo er sich immer noch nackt in den Kissen lümmelt. "Raus! Zieh dich an und verschwinde!", herrscht sie ihn an. Zuerst scheint er gar nicht zu wissen, wie ihm geschieht. "Aber ich will dich doch heiraten!", jammert er. Im nächsten Moment fällt hinter ihm die Wohnungstür ins Schloss. Ohne Frühstück im Magen steht er in der Kälte.

Und die Moral von der Geschicht', liebe LeserInnen? Meiner Meinung nach liegt sie auf der Hand. Ein gründlicher Hausputz täte dem armen Kerl mehr als gut! Ehe man sich wieder auf Partnersuche begibt - sei es bei einer Singlebörse oder in Clubs - sollte man mit dem alten Partner einen sauberen Schlussstrich ziehen. Das ist die fairste Lösung für alle Beteiligten, auch wenn man damit riskiert, erst einmal eine Zeitlang Single zu sein. Letzten Endes muss man in jeder Lebenslage mit sich selbst ins Reine kommen.

Welch seelische Blutspuren eine unsaubere Trennung hinterlässt, zeigt ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis: Ein Mann um die 50 wurde nach über zehn Jahren Ehe von seiner Frau verlassen. Hinter seinem Rücken hatte sie sich dem Online-Dating gewidmet - mit dem gewünschten Erfolg. Erst als die Sache gefixt war, goss sie ihrem angetrauten Gatten reinen Wein ein und verließ ihn für den neuen Freund. Der gehörnte Ehemann leidet bis heute unter den Verletzungen. Er ist inzwischen geschieden und als Hurenbock verschrien, greift gerne zur Flasche und reagiert auf emotionale Annäherungen von Frauen mit bösen Abwehrmechanismen.

Wenn ich mit solchen Klopfern konfrontiert werde, kann ich Euch nur eines raten: Räumt bitte, bitte Euer Leben auf und schaut Euch erst im Anschluss nach einer neuen Beziehung um!

Donnerstag, 1. Januar 2015

Auf ein frohes Neues Jahr 2015!

2015 ist gerade mal einen halben Tag alt. Ich hoffe, Ihr habt in netter Gesellschaft Silvester gefeiert und seid ohne Glatteis und Böller-Verletzungen reingerutscht. Meine innere Stimme flüstert mir, dass es ein gutes Jahr werden wird. Als ich gestern bei einer kleinen Feier unter Künstlern in die Runde gelauscht habe, vernahm ich ähnlich positive Stimmen. Das alte Jahr schien für uns alle eine Ansammlung von steilen Höhen und Tiefen gewesen zu sein. Viele von uns haben Pläne gemacht, Grundsteine für Projekte gelegt, einige davon erfolgreich realisiert und im Gegenzug die eine oder andere herbe Enttäuschung einkassiert.

Ein Beispiel, das ich gestern Morgen schon öffentlich bekannt gegeben habe: Der Launch von Kreativsingles.de verzögert sich voraussichtlich bis Frühjahr, da es triftige Gründe gab, mir für die technische Umsetzung der Singlebörse ein anderes Entwickler-Team zu suchen. Ich könnte darüber in Tränen ausbrechen, jammern oder sogar die Flinte ins Korn werfen. Glücklicherweise ist jetzt das Gegenteil der Fall: Ich fühle mich seltsam erleichtert und mein Bauch sagt mir, genau die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Einer meiner Facebook-Freunde kommentierte meine Nachricht mit den Worten: Umwege erhöhen die Ortskenntnis. Mit diesem Sprichwort hat er den Nagel perfekt auf den Kopf getroffen. Obwohl hinter den Kulissen in den letzten Monaten so einiges ins Leere lief, durfte ich in der Zeit wertvolle Lektionen lernen und hoffe, mit diesem Wissen in Zukunft "weiser" zu handeln. Trotz des größeren Rückschlags ist es mir gelungen, seit Sommer eine wachsende Community aufzubauen. Ja, es gibt diese Menschen, die Partnersuche für Kreative, Künstler und Kunstinteressierte für eine wunderbare Idee halten! Ich bleibe also dabei und realisiere das Dating-Portal an anderer Stelle als geplant.

Und Ihr? Habt Ihr 2014 ähnliche Erfahrungen gemacht und fürs Neue Jahr einen Sack voller guter Vorsätze im Schlepptau? Was mich betrifft: Ich klemme es mir diesmal, Vorsätze zu Papier zu bringen. Hauptsache, man kennt seine Ziele und die Richtung. Eines gebe ich Euch gerne mit auf den Weg: Hört unbedingt auf Eure innere Stimme! Seit ich aufgehört habe, mich ihr zu widersetzen, empfinde ich mein Leben als im Fluss - egal wer mir an dem einen oder anderen Tag Steine in den Weg legt. Ich räume sie einfach weg und gehe weiter, ohne ihnen in meiner Erinnerung einen Ehrenplatz zu widmen. Wer das tut, züchtet sich nämlich einen Energievampir heran. Diese Biester dürsten nur so nach Lebenskraft, was dazu führt, dass man sich an weiteren Steinen die Seele blutig stößt. Damit aber genug der Metaphern. Ich wünsche Euch einfach ein frohes Neues Jahr und bestes Gelingen für all Eure Pläne!

Bernd Kasper / www.pixelio.de